Experten-Welt · Kategorie
Pflanzenfressende Dinosaurier
Die herbivoren Dinosaurier umfassten den größten Teil der mesozoischen Dinosaurier-Diversität. Ihre Ernährungsstrategien reichten von der selektiven Abweidung niedriger Vegetation bis hin zur effizienten Zerkleinerung faserreicher Pflanzenmasse durch komplexe Zahnbatterien.
74 Arten in dieser Kategorie

Shunosaurus lii
Shunosaurus
9.5 m3,0tMittlerer JuraHerbivor

Europasaurus holgeri
Europasaurus
6.2 m800kgOberer JuraHerbivor

Stegosaurus stenops
Stegosaurus
6.5 m3,5tOberer JuraHerbivor

Triceratops horridus
Triceratops
9.0 m9,0tObere KreideHerbivor

Brachiosaurus altithorax
Brachiosaurus
21.0 m35,0tOberer Jura (Kimmeridgium bis Tithonium)Herbivor

Diplodocus longus
Diplodocus
25.0 m14,0tOberer JuraHerbivor

Ankylosaurus magniventris
Ankylosaurus
6.0 m5,0tObere Kreide (Maastrichtium)Herbivor

Iguanodon bernissartensis
Iguanodon
9.0 m3,4tUntere Kreide (Barremium – frühes Aptium)Herbivor

Apatosaurus ajax
Apatosaurus
21.0 m16,4tOberer Jura (Kimmeridgium – frühes Tithonium)Herbivor

Parasaurolophus walkeri
Parasaurolophus
9.5 m2,5tObere Kreide (Campanium)Herbivor

Therizinosaurus cheloniformis
Therizinosaurus
Obere Kreide (spätes Campanium bis frühes Maastrichtium)Herbivor

Protoceratops andrewsi
Protoceratops
1.8 m83kgObere KreideHerbivor

Styracosaurus albertensis
Styracosaurus
5.5 m2,3tObere KreideHerbivor

Corythosaurus casuarius
Corythosaurus
8.5 m3,0tObere KreideHerbivor

Edmontosaurus regalis
Edmontosaurus
12.0 m5,6tObere KreideHerbivor

Maiasaura peeblesorum
Maiasaura
9.0 m2,3tKreidezeitHerbivor

Plateosaurus trossingensis
Plateosaurus
7.0 m1,5tTriasHerbivor

Argentinosaurus huinculensis
Argentinosaurus
33.0 m73,0tObere Kreide (Cenomanium–Turonium)Herbivor

Patagotitan mayorum
Patagotitan
31.0 m57,0tObere Kreide (Albium)Herbivor

Andesaurus delgadoi
Andesaurus
18.0 m15,0tMittlere Kreide (spätes Albium bis frühes Cenomanium)Herbivor

Borealopelta markmitchelli
Borealopelta
5.5 m1,3tUnterkreideHerbivor

Citipati osmolskae
Citipati
2.7 m93kgOberkreideHerbivor

Nigersaurus
2kgUntere Kreide (Aptium–Albium)Herbivor

Amargasaurus
9.0 m2,6tBarremium bis frühes AptiumHerbivor

Hadrosaurus
7.5 m3,0tfrühes CampaniumHerbivor

Centrosaurus
6.0 m2,3tObere KreideHerbivor

Kentrosaurus
4.5 m1,1tOberer JuraHerbivor

Diabloceratops
4.5 m1,3tCampanium (Mittleres)Herbivor

Dreadnoughtus
26.0 m48,0tOberes CampaniumHerbivor

Muttaburrasaurus
7.5 m2,8tKreideHerbivor

Gastonia
5.0 m1,9tUnterkreideHerbivor

Saltasaurus
8.0 m2,5tOberkreideHerbivor

Lambeosaurus
9.0 m3,0tObere KreideHerbivor

Euoplocephalus
5.3 m2,0tObere KreideHerbivor

Torosaurus
8.5 m5,0tObere KreideHerbivor

Polacanthus
5.0 mUntere KreideHerbivor
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Colophon · Fragen
Die Dinosauria werden traditionell in zwei Ordnungen unterteilt: Saurischia (Echsenbecken-Dinosaurier) und Ornithischia (Vogelbecken-Dinosaurier). Die Saurischia umfassen die Theropoda — zu denen der Tyrannosaurus Rex und der Velociraptor zählen — sowie die Sauropodomorpha mit Vertretern wie dem Brachiosaurus. Die Ornithischia beinhalten unter anderem Thyreophora (z. B. Stegosaurus), Ceratopsia (z. B. Triceratops) und Ornithopoda. Neuere phylogenetische Analysen (z. B. Baron et al., 2017) stellen diese Zweiteilung teilweise infrage, die traditionelle Klassifikation bleibt jedoch der verbreitetste Rahmen.
Der grundlegende Unterschied liegt im Bau des Beckens. Bei Saurischiern zeigt das Schambein nach vorne und unten — ähnlich dem Becken heutiger Eidechsen. Bei Ornithischiern verläuft das Schambein parallel zum Sitzbein nach hinten — eine Konfiguration, die an das Becken heutiger Vögel erinnert, obwohl Vögel tatsächlich von Saurischiern abstammen. Neben dem Beckenbau gibt es weitere diagnostische Merkmale: Ornithischia besaßen einen zusätzlichen Knochen an der Unterkieferspitze (Praedentale) und zeigten häufig eine Verknöcherung der Sehnen entlang der Wirbelsäule.
Stand 2024 sind etwa 1.000 bis 1.100 Gattungen wissenschaftlich beschrieben und als valide anerkannt. Die tatsächliche Diversität lag vermutlich deutlich höher: Schätzungen gehen von 1.500 bis über 2.000 Gattungen aus. Die Diskrepanz erklärt sich durch die niedrige Fossilisierungsrate — nur ein Bruchteil aller Individuen versteinert unter geeigneten Bedingungen — sowie durch Erhaltungs- und Sammlungsbias. Jährlich werden durchschnittlich 40 bis 50 neue Gattungen beschrieben, wobei China und Argentinien derzeit die produktivsten Fundregionen sind.
Die primäre Methode ist die radiometrische Datierung, bei der der Zerfall radioaktiver Isotope in vulkanischen Gesteinsschichten gemessen wird, die Fossilschichten einrahmen. Für das Mesozoikum werden hauptsächlich die Uran-Blei-Datierung (U-Pb, für Zirkone) und die Argon-Argon-Datierung (⁴⁰Ar/³⁹Ar) eingesetzt. Ergänzend kommen relative Datierungsmethoden zum Einsatz: Biostratigraphie (Leitfossilien, insbesondere Ammoniten und Foraminiferen), Magnetostratigraphie (Umkehrungen des Erdmagnetfelds) und Chemostratigraphie (Isotopenverhältnisse in Sedimenten). Die Kombination mehrerer Methoden ermöglicht heute eine zeitliche Auflösung von teilweise unter 100.000 Jahren.
Das Massenaussterben an der Kreide-Paläogen-Grenze vor 66 Millionen Jahren — ausgelöst durch den Chicxulub-Impakt und möglicherweise verstärkt durch den Dekkan-Trapp-Vulkanismus — traf nicht alle Tiergruppen gleichermaßen. Entscheidend waren Körpergröße, Stoffwechselrate und Nahrungsabhängigkeit. Alle nicht-avialischen Dinosaurier starben aus, während kleinere ektotherme Reptilien (Krokodile, Schildkröten, Eidechsen, Schlangen) aufgrund ihres geringeren Energiebedarfs, ihrer teils aquatischen Lebensweise und ihrer Fähigkeit zur Dormanz überleben konnten. Die avialischen Dinosaurier — Vorfahren der heutigen Vögel — überlebten vermutlich dank kleiner Körpergröße, Flugfähigkeit und generalistischer Ernährung.
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