Die Massendebatte
Die Körpermasse von Dreadnoughtus ist Gegenstand einer paradigmatischen Methodendebatte, die die grundsätzlichen Schwierigkeiten der Massenrekonstruktion bei ausgestorbenen Tieren verdeutlicht.
Lacovara et al. (2014) schätzten 59.300 kg basierend auf der Humerus+Femur-Umfang-Skalierungsgleichung von Campione & Evans (2012). Bates et al. (2015, Biology Letters 11(6):20150215) konterten mit einem volumetrischen 3D-Convex-Hulling-Modell, das 22.100–38.200 kg ergab — sie argumentierten, dass 59.300 kg „höchst unplausibel" seien, da dies ein unmögliches Weichteilvolumen erfordern würde. Lacovara und Ullmann widersprechen: Die Methode behandle Dreadnoughtus als Ausnahme bewährter Skalierungsgesetze, und die massiven Gliedmaßenknochen wären für ein leichteres Tier unnötig.
Campione (2017, Paleobiology 43(4):693–699) publizierte eine revidierte quadratische Skalierungsgleichung, die für Dreadnoughtus rund 48.000 kg ergibt. Weitere Schätzungen umfassen ~26–31 t (Gregory S. Paul, volumetrisch) und 35–40 t (Matt Wedel, als „most defensible" bezeichnet). Die Spanne reicht also von 22 bis 59 Tonnen — ein Faktor von fast 3. Ein Konsens existiert nicht.