1971 veränderte Walter P. Coombs Jr. die Ankylosaurier-Taxonomie grundlegend: Er synonymisierte Dyoplosaurus acutosquameus (Parks 1924), Scolosaurus cutleri (Nopcsa 1928) und Anodontosaurus lambei (Sternberg 1929) mit Euoplocephalus. Das Ergebnis: Euoplocephalus wurde zum einzigen anerkannten spät-campanischen Ankylosauriden Westkanadas – ein taxonomischer Wastebasket, der 40 Jahre Bestand haben sollte. Erste Zweifel äußerte Penkalski (2001), der morphologische Inkonsistenzen im zusammengefassten Material beobachtete.
Die Auflösung kam schrittweise: 2010 rehabilitierte Victoria Arbour Dyoplosaurus als eigenständige Gattung. 2013 folgten Arbour und Currie (PLOS ONE 8(5): e62421) mit der formalen Rehabilitierung von Scolosaurus und Anodontosaurus. Euoplocephalus sensu stricto wurde auf die Dinosaur Park Formation beschränkt, unterscheidbar durch spezifische Osteoderm-Muster, Cervical-Halbringe, Sacralrippen und Nasenlochform. 2018 errichtete Penkalski den Tribus Euoplocephalini – die aktuelle bevorzugte Platzierung (prl) in der PBDB (par=txn:374251). Die 154 PBDB-Opinions (72 Genus + 82 Species) dokumentieren diese bewegte Geschichte – inklusive historischer Fehleinordnungen in Stegosauria und Nodosauridae sowie zwei Falschschreibungen: „Europlocephalus" und „Erroplocephalus".