Brutverhalten: Der stärkste fossile Beweis für aviäre Nestpflege
Die Brutfossilien von Citipati sind der überzeugendste Beleg für vogelartiges Brutverhalten bei nicht-aviären Dinosauriern. Mindestens drei Exemplare wurden in identischer Pose auf Nestern gefunden: Hinterbeine eingeklappt unter dem Körper im Nestzentrum, Arme symmetrisch über den Nestrand ausgebreitet, der Körper über den Eiern. Diese Haltung ist heute ausschließlich bei Vögeln zu beobachten.
Die Nester enthielten 15 bis 22 elongatoolithide Eier, aufgestellt in konzentrischen Ringen (bis zu drei Schichten), mit dem stumpfen Ende zur Nestmitte zeigend. Die einzelnen Eier messen ca. 18 × 6,7 cm (Elongationsindex 2,7) und sind die größten sicher zugeordneten Oviraptoriden-Eier. Norell, Balanoff, Barta & Erickson (2018, American Museum Novitates 3899: 1–44) beschrieben das zweite Nest-Exemplar IGM 100/1004 – das größte bekannte C. osmolskae, 11 % größer als Big Mama (basierend auf Humeruslänge). Die Konsistenz der Brutpose über mehrere Exemplare hinweg zeigt, dass es sich um ein fest verankertes Artverhalten handelte, nicht um ein Zufallsereignis.
Die Tiere wurden wahrscheinlich durch plötzliche Sandstürme lebendig auf ihren Nestern begraben – der typische Verschüttungsmechanismus der Djadochta-Formation. Sie verließen das Nest nicht, was auf einen starken Brutinstinkt hindeutet.