Mit 124 taxonomischen Meinungen in der PBDB (60 auf Gattungs-, 64 auf Artebene) gehört Saltasaurus zu den am intensivsten diskutierten Dinosauriern überhaupt. Die Klassifikationsgeschichte spiegelt die Entwicklung der Titanosaurier-Systematik wider: Bonaparte & Powell ordneten das Tier 1980 den Titanosauridae zu. Powell errichtete 1992 die Unterfamilie Saltasaurinae, die 2004 zur eigenständigen Familie Saltasauridae erhoben wurde. Die aktuellste Einordnung in der PBDB (basierend auf Navarro et al. 2022) platziert Saltasaurus in die Tribus Saltasaurini, die bereits von Salgado & Bonaparte 2007 errichtet worden war.
Ein weiteres bemerkenswertes Kapitel ist die Artenfrage: Neben S. loricatus wurden zeitweise auch S. robustus und S. australis der Gattung zugeordnet. D'Emic & Wilson (2011) zeigten jedoch, dass beide zu Neuquensaurus australis gehören — einem zweiten Titanosaurier, der am selben Fundort El Brete vorkommt. Heute ist nur S. loricatus als gültige Art anerkannt. Die PBDB führt Saltasaurus als Saurischia ohne explizite Ordnungszuweisung, was keine inhaltliche Aussage, sondern eine Eigenheit der hierarchischen PBDB-Datenstruktur ist.
Die Größendebatte verdient besondere Erwähnung: Powells Schätzung von ~6 m (2003), Pauls 8,5 m (2010) und Hendersons 12,8 m (2006) zeigen, wie stark Rekonstruktionen bei Teilskeletten divergieren können. Der Humerus von 59 cm stützt eher den Bereich 6–8,5 m. Henderson verwendete eine volumetrische Methode, die in diesem Fall zu einer deutlichen Überschätzung führte — ein instruktives Beispiel für die methodischen Herausforderungen der Paläontologie.