Taxonomische Geschichte und Synonyme
Centrosaurus apertus wurde 1905 von Lawrence Lambe erstmals beschrieben (nicht 1904, wie gelegentlich angegeben). Die Klammern um die Autorenangabe – (Lambe 1905) – zeigen an, dass die Art rekombiniert wurde: Lambe ordnete sie ursprünglich einer anderen Gattung zu.
Die taxonomische Geschichte von Centrosaurus ist eng mit der Gattung Monoclonius verwoben, die Edward Drinker Cope 1876 beschrieb. Über Jahrzehnte wurden viele Ceratopsier-Funde beiden Gattungen wechselnd zugeordnet. In der PBDB wird Monoclonius als eigenständige Gattung mit 13 eigenen Einordnungen geführt – nur bestimmte Monoclonius-Arten gelten als Synonyme von Centrosaurus apertus.
Eine Überraschung in der PBDB: Centrosaurus nasicornus wird nicht als Synonym von C. apertus geführt, sondern zu Styracosaurus albertensis gestellt. Dies spiegelt die Interpretation wider, dass das betreffende Exemplar tatsächlich zu Styracosaurus gehört.
Auch Centrosaurus brinkmani hat eine bemerkenswerte Geschichte: Ryan et al. trennten die Art 2012 als eigene Gattung Coronosaurus ab, die in der PBDB seither eigenständig geführt wird. Die 329 Einordnungen (66 auf Gattungs-, 263 auf Artebene) spiegeln diese komplexe Revisionsgeschichte wider.
Ein paläoökologisch interessantes Muster: Centrosaurus dominiert die untere Dinosaur Park Formation (ca. 76,5–75,5 Ma), wird in den oberen Schichten aber durch Styracosaurus ersetzt. Dieses Chronospecies-Muster – eine zeitlich gestaffelte Ablösung verwandter Formen – ist eines der klarsten Beispiele für Faunenablösung bei Dinosauriern. 2024 wurde zudem ein erster Centrosaurus-Fund aus Saskatchewan gemeldet, der die bekannte geographische Verbreitung erweitert.