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Dinosaurier der Kreidezeit (145-66 Ma)

Die Fauna des Cretaceous: Maximale Diversität vor dem K-Pg-Extinktionsereignis

Das Cretaceous System (Kreide) — benannt nach den mächtigen Kreidefelsen Südenglands und Nordfrankreichs (d'Omalius d'Halloy, 1822) — umfasst den Zeitraum von 145,0 bis 66,0 Ma (ICS 2023) und stellt das längste der drei mesozoischen Systeme dar. In diesen knapp 80 Millionen Jahren erreichten die Dinosauria ihre maximale taxonomische Diversität und globale Verbreitung, bevor das Kreide-Paläogen-Extinktionsereignis (K-Pg) sämtliche nicht-avialischen Linien auslöschte. Paläogeographisch war die Kreide durch die fortschreitende Fragmentierung Gondwanas und die Öffnung des Südatlantiks geprägt. Die resultierenden biogeographischen Barrieren förderten Vikarianzereignisse und endemische Faunenentwicklung.

Kreidezeit-Dinosaurier in der Datenbank

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#NameWiss. NameLänge (m)Gewicht (kg)ErnährungBeginn (Ma)
1Acrocanthosaurus atokensis11.55.500Fleischfresser
2Suchomimus11.03.800Fleischfresser121.0
3Saltasaurus8.02.500Pflanzenfresser
4Muttaburrasaurus7.52.800Pflanzenfresser
5Irritator6.51.000Fleischfresser
6BorealopeltaBorealopelta markmitchelli5.51.300Pflanzenfresser112.0
7ConcavenatorConcavenator corcovatus5.5360Fleischfresser129.0
8UtahraptorUtahraptor ostrommaysi5.0490Fleischfresser139.0
9Gastonia5.01.900Pflanzenfresser
10CitipatiCitipati osmolskae2.792,5Pflanzenfresser75.0
11Troodon formosus2.450carnivore, omnivore
12Masiakasaurus knopfleri2.020Fleischfresser
13Mei longMei long0.50,4Fleischfresser125.8
14ScipionyxScipionyx samniticus0.2Fleischfresser113.0

Kreide-Radiationen und ökologische Umwälzungen

Die Kreide war das Zeitalter der großen Dinosaurier-Radiationen. Drei Entwicklungen verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Angiospermen-Revolution

Die explosionsartige Diversifizierung der Blütenpflanzen ab dem Aptium (~125 Ma) — von Charles Darwin als „abominable mystery" bezeichnet — veränderte die terrestrischen Ökosysteme fundamental. Die Koevolution mit bestäubenden Insekten und herbivoren Dinosauriern schuf neue ökologische Netzwerke. Insbesondere die Hadrosauridae entwickelten als Antwort komplexe Zahnbatterien aus Hunderten kleiner Zähne, die eine effiziente Zerkleinerung faserreicher Angiospermen-Vegetation ermöglichten (LeBlanc et al., 2016).

Ceratopsia-Radiation

Die Hornsaurier (Ceratopsia) diversifizierten sich in der Oberkreide Nordamerikas und Asiens in bemerkenswerten Formenreichtum. Die Funktion der elaborierten Schädelornamente — Hörner, Nackenschilde — wird kontrovers diskutiert: sexuelle Selektion (Knell & Sampson, 2011), Artenerkennung (Padian & Horner, 2011) oder eine Kombination beider Faktoren.

Tyrannosauroiden-Aufstieg

Die Tyrannosauridae — repräsentiert durch Tyrannosaurus rex als terminalen Vertreter — evolvierten in der Oberkreide Laramidias (westliches Nordamerika) und Asiens. Ihre Dominanz als apex predators korreliert zeitlich mit dem Rückgang der Carcharodontosauridae und Abelisauridae auf den nördlichen Landmassen.

Methodische Einschränkung

Die Zuordnung einzelner Taxa zur „Kreidezeit" basiert auf den stratigraphischen Angaben der jeweiligen Erstbeschreibung. Bei einigen Taxa mit unsicherer stratigraphischer Position kann die Epochenzuordnung revidiert werden.

Häufige Fragen

Wie wird die Kreide chronostratigraphisch unterteilt?

Die Kreide wird in 12 Stufen unterteilt: Berriasium, Valanginium, Hauterivium, Barremium, Aptium und Albium (Unterkreide) sowie Cenomanium, Turonium, Coniacium, Santonium, Campanium und Maastrichtium (Oberkreide). Die meisten bekannten Dinosaurier-Taxa stammen aus dem Campanium und Maastrichtium.

Was war das Kreide-Paläogen-Extinktionsereignis?

Das K-Pg-Ereignis vor 66,043 ± 0,011 Ma (Renne et al., 2013) eliminierte ca. 75% aller Arten. Als Primärursache gilt der Chicxulub-Impakt (Yucatán-Halbinsel, Kraterdurchmesser ~180 km). Der Dekkan-Trapp-Vulkanismus wird als aggravierender Faktor diskutiert.

Warum erreichten Dinosaurier in der Kreide ihre maximale Diversität?

Mehrere Faktoren konvergierten: die Fragmentierung Gondwanas schuf neue Landmassen und biogeographische Barrieren, die Angiospermen-Revolution eröffnete neue ökologische Nischen, und das warme Klima ermöglichte hohe Primärproduktivität auf allen Kontinenten.

Quellen

  1. LeBlanc, A.R.H. et al. (2016). Dental ontogeny in the late Cretaceous Dinosauria. PLoS ONE 11(7): e0159504.
  2. Knell, R.J. & Sampson, S.D. (2011). Bizarre structures in dinosaurs: species recognition or sexual selection?. Journal of Zoology 283(1): 18-22.
  3. Brusatte, S.L. et al. (2015). The extinction of the dinosaurs. Biological Reviews 90(2): 628-642.
  4. Renne, P.R. et al. (2013). Time scales of critical events around the Cretaceous-Paleogene boundary. Science 339(6120): 684-687.

Literatur

  • LeBlanc, A.R.H. et al. (2016). Dental ontogeny in the late Cretaceous Dinosauria. PLoS ONE 11(7): e0159504.
  • Knell, R.J. & Sampson, S.D. (2011). Bizarre structures in dinosaurs: species recognition or sexual selection?. Journal of Zoology 283(1): 18-22.
  • Brusatte, S.L. et al. (2015). The extinction of the dinosaurs. Biological Reviews 90(2): 628-642.
  • Renne, P.R. et al. (2013). Time scales of critical events around the Cretaceous-Paleogene boundary. Science 339(6120): 684-687.