Nester, Eier und väterliche Brutpflege
Die Reproduktionsbiologie von Troodon ist außergewöhnlich gut dokumentiert – vor allem dank der Fundstelle Egg Mountain in der Two Medicine Formation Montanas. Das besterhaltene Nest (MOR 963, Varricchio et al. 1999) enthält 24 Eier in schüsselförmiger Anordnung mit erhöhtem Rand und bilateral symmetrischer Verteilung. Die elongierten, asymmetrischen Eier standen steil aufgerichtet – ein Muster, das weder bei Krokodilen noch bei modernen Vögeln vorkommt.
Troodon legte zwei Eier gleichzeitig, wahrscheinlich in täglichen oder längeren Intervallen (Varricchio et al. 1997, Nature 385). Die Brutpflege-Strategie kombinierte Bodenbedeckung mit direktem Körperkontakt. Besonders bemerkenswert: Die Knochenhistologie der brütenden Adulten stimmt nicht mit weiblicher Physiologie überein. Varricchio et al. (2008, Science 322) schlussfolgerten, dass die Väter brüteten – analog zu einigen modernen Vögeln mit großen Gelegen wie Nandus und Emus. Am Egg Mountain finden sich zudem übereinander geschichtete Nisthorizonte – ein Beleg für koloniales Nisten mit Rückkehr zur selben Brutstätte über mehrere Saisons.