Jagdstrategie und Ernährung
Dilophosaurus war ein aktiver Jäger und generalistischer Fleischfresser. Nach der Analyse von Senter & Sullivan (2019) erfolgte der erste Beutekontakt über das Maul – die Arme kamen erst sekundär zum Einsatz. Die Jagdstrategie bestand vermutlich aus schnellen, schlitzenden Bissen zur Verwundung, gefolgt vom Ergreifen geschwächter Beute mit der verstärkten Schnauzenspitze.
Therrien et al. (2005) zeigten, dass die Beißkraft im vorderen Kieferbereich konzentriert war, während sie nach hinten stark abnahm. Marsh & Rowe (2020) korrigierten die ältere Einschätzung von Welles (1984), der die Kiefer als relativ schwach eingestuft und Aasfresser-Verhalten vermutet hatte: Die Kiefer waren robust genug, um Knochen zu durchdringen.
Die Zahnrosette und die zurückgesetzten Nasenlöcher haben zu der Hypothese geführt, dass Dilophosaurus gelegentlich auch Fische fing (Milner & Kirkland, 2007). Der große See „Lake Dixie", der sich von Utah bis Arizona erstreckte, hätte solche Ressourcen geboten. Insgesamt war Dilophosaurus als größtes Raubtier seiner Region wohl in der Lage, die meisten pflanzenfressenden Zeitgenossen zu erlegen.