Burianosaurus augustai
Der erste cenomane Dinosaurier Mitteleuropas – ein basaler Ornithopode aus einer Lagune bei Kutná Hora
„Burians Echse“
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Als im Steinbruch Mezholezy bei Nová Lhota (Kutná Hora, Tschechien) im Jahr 2003 Dinosaurier-Knochen zum Vorschein kamen, war das eine paläontologische Seltenheit: Dinosaurier-Funde aus dem Cenomanium Mitteleuropas gab es bis dahin nicht. Der Fund markierte den Beginn einer 15-jährigen Publikationsgeschichte, die erst 2018 mit der formalen Benennung als Burianosaurus augustai ihren Abschluss fand.
Taxonomie und Publikationsgeschichte
Die Entdeckung wurde 2005 von Fejfar, Kosták, Kvaček, Mazuch und Moučka in Acta Palaeontologica Polonica publiziert (ref:13808) – unter dem Titel „First Cenomanian dinosaur from Central Europe (Czech Republic)". Die Autoren verzichteten jedoch auf eine formale Benennung. Erst 13 Jahre später, 2018, beschrieben Madzia, Boyd und Mazuch das Taxon als Burianosaurus augustai gen. et sp. nov. im Journal of Systematic Palaeontology (ref:66120). Die Erstbeschreibung umfasst eine phylogenetische Analyse, die Burianosaurus als basalen Ornithopoden identifiziert.
In der PBDB wird Burianosaurus unter Ornithopoda geführt (parent: txn:38713), ohne Familien- oder Ordnungszuordnung. Mit nur 3 taxonomischen Meinungen (1 Genus + 2 Species) gehört das Taxon zu den wenig diskutierten in der Datenbank. Alle drei Meinungen bestätigen die Ornithopoda-Zuordnung – ein vollständiger Konsens. Bell et al. (2018, ref:70317) übernahmen die Klassifikation im Rahmen einer Arbeit über Ornithopoden-Diversität im Cenomanium von Australien. Die geringe Anzahl an Opinions spiegelt das junge Beschreibungsdatum (2018) wider.
Der Gattungsname ehrt den tschechischen Paläo-Künstler Zdeněk Burian (1905–1981), dessen Dinosaurier-Rekonstruktionen weltbekannt sind. Der Artname augustai bezieht sich auf Josef Augusta (1903–1968), einen tschechischen Zoologen und Paläontologen, der eng mit Burian zusammenarbeitete. Beide prägten die populäre Vorstellung von Dinosauriern in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts maßgeblich – ein passender Namensgeber für den ersten cenomanen Dinosaurier des Landes.
Verbreitung und Fundorte
Burianosaurus stammt aus dem Steinbruch Mezholezy bei Nová Lhota (col:51860), Region Kutná Hora, Tschechien. Die Fossilien liegen im Korycany Member der Peruc-Korycany-Formation und datieren ins späte Cenomanium (100,5–93,9 Ma). Die Ablagerungsumgebung wird in der PBDB als „lagoonal" klassifiziert – eine küstennahe marine Umgebung. Da Burianosaurus als terrestrisches Tier kodiert ist (jev: terrestrial), wurde der Kadaver vermutlich post mortem in die Lagune transportiert. Paläogeographisch lag der Fundort bei etwa 45°N und 30°E. Bemerkenswert ist, dass die Collection monotypisch ist: Außer Burianosaurus wurden keine weiteren Fossilien dokumentiert, was eine ökologische Rekonstruktion auf Basis der Faunenassoziation unmöglich macht.
Forschungsgeschichte
Im Steinbruch Mezholezy bei Nová Lhota (Kutná Hora) werden Dinosaurier-Fossilien in lagunären Sedimenten des Korycany Members der Peruc-Korycany-Formation entdeckt.
Fejfar, Kosták, Kvaček, Mazuch und Moučka (ref:13808) publizieren den Fund in Acta Palaeontologica Polonica unter dem Titel „First Cenomanian dinosaur from Central Europe (Czech Republic)", verzichten jedoch auf eine formale Benennung.
Madzia, Boyd und Mazuch (ref:66120) beschreiben das Taxon als Burianosaurus augustai gen. et sp. nov. im Journal of Systematic Palaeontology. Die phylogenetische Analyse identifiziert Burianosaurus als basalen Ornithopoden. Der Name ehrt Zdeněk Burian (1905–1981) und Josef Augusta (1903–1968).
Weitere basale Ornithopoden
Gideonmantellia amosanjuanae ist ein weiterer basaler Ornithopode – aus Spanien, mit 30 Jahren zwischen Fund und Benennung und einem bemerkenswerten 100%-Konsens bei 9 Meinungen.
Zu GideonmantelliaHäufig gestellte Fragen zu Burianosaurus
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