
Masiakasaurus knopfleri
Der Rockstar unter den Dinosauriern
Ein Dino mit einzigartigen Zähnen
Masiakasaurus knopfleri ist einer der ungewöhnlichsten Dinosaurier überhaupt – und das liegt an seinen Zähnen. Die ersten vier Zähne im Unterkiefer ragten schräg nach vorne, fast waagerecht. Kein anderer bekannter Dinosaurier hatte so etwas! Diese „Schrägzähne" dienten wahrscheinlich zum Greifen und Festhalten von glitschiger Beute wie Fischen, Fröschen oder Insekten.
Entdeckt wurde Masiakasaurus 2001 auf Madagaskar. Die Erstbeschreibung erschien in der Fachzeitschrift Nature – unter dem Titel „bizarre predatory dinosaur from the Late Cretaceous of Madagascar". Und der Name? Der Artname „knopfleri" ehrt Mark Knopfler, den Gitarristen der Band Dire Straits. Die Grabungscrew berichtete, dass das Abspielen seiner Musik angeblich Glück beim Fossilienfinden brachte.
Masiakasaurus gehört zu den Noasauridae – einer Familie kleiner Raubdinosaurier, die vor allem auf dem südlichen Superkontinent Gondwana lebten.
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Schrägzähne
Die vorderen 4 Unterkieferzähne standen stark nach vorne geneigt – der erste nur 10° über der Horizontalen. Diese „procumbenten" Zähne waren lang und löffelförmig mit hakenartigen Kanten. Die hinteren Zähne waren dagegen normal geformt: seitlich zusammengedrückt und gezahnt, wie bei typischen Raubdinosauriern.
Körperbau
Mit etwa 2 Metern Länge und rund 20 kg Gewicht war Masiakasaurus ungefähr so groß wie ein Truthahn auf Stelzen. Seine Hinterbeine waren grazil gebaut. Forscher fanden zwei verschiedene Körperformen: eine robuste und eine schlanke Variante – möglicherweise Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen.
Skelett
Inzwischen kennt man rund 65 % des Skeletts – zusammengesetzt aus zahlreichen Einzelfunden verschiedener Individuen. Damit ist Masiakasaurus der am besten bekannte Noasauride weltweit. Seit 2011 kennt man auch den Hirnschädel, die Halswirbelsäule und Teile der Hände.
Wachstum
Knochenuntersuchungen (Lee & O'Connor 2013) zeigen, dass Masiakasaurus 40 % langsamer wuchs als andere gleich große Raubdinosaurier. Möglicherweise eine Anpassung an sein trockenes, saisonal stressiges Umfeld auf Madagaskar. Der Knochen zeigt auch „determinates Wachstum" – Masiakasaurus wuchs also nicht sein ganzes Leben lang.
Größenvergleich
Leben und Verhalten
Ernährung
Die nach vorne gerichteten Zähne dienten vermutlich zum Greifen glitschiger Beute – ähnlich einer Pinzette. Mögliche Beutetiere: Fische, Frösche, Eidechsen und Insekten.
Die vorderen Zähne zum Packen, die hinteren zum Zerreißen – ein Zwei-Stufen-System, das unter Dinosauriern einzigartig ist.
FleischfresserFortpflanzung
Wie alle Dinosaurier legte Masiakasaurus Eier. Allerdings wurden bisher keine Nester oder Eier von ihm gefunden.
Die PBDB stuft ihn als eiablegend (oviparous) ein – das ist bei allen Dinosauriern der Fall.
Eier (keine Funde)Lebensraum
Masiakasaurus lebte in der Maevarano Formation auf Madagaskar – einer trockenen, saisonal stressigen Umgebung im Maastrichtium (vor 72–66 Mio. Jahren).
Er teilte seinen Lebensraum mit beeindruckenden Nachbarn: dem Raubdino Majungasaurus, dem Sauropoden Rapetosaurus, dem vogelartigen Rahonavis und dem Riesenfrosch Beelzebufo.
MadagaskarSozialverhalten
Die PBDB stuft Masiakasaurus als Einzelgänger ein (solitary). Die 26 Funde stammen zwar alle aus demselben Gebiet, aber es handelt sich um einzelne Individuen – keine Herden.
Ob Masiakasaurus doch manchmal in Gruppen lebte, wissen wir nicht. Es gibt keine Bonebeds (Massengräber), die auf Herdenverhalten hindeuten.
EinzelgängerFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
Erstbeschreibung
Sampson, Carrano und Forster beschreiben Masiakasaurus knopfleri in Nature – einen kleinen Raubdino mit einzigartigen Schrägzähnen aus Madagaskar. Der Artname ehrt Gitarrist Mark Knopfler.
Monographie
Carrano, Loewen und Sertich beschreiben in einer großen Monographie 65 % des Skeletts – zusammengesetzt aus vielen Einzelfunden. Masiakasaurus ist damit der am besten bekannte Noasauride der Welt.
Wachstumsstudie
Lee und O'Connor zeigen, dass Masiakasaurus 40 % langsamer wuchs als andere gleich große Raubdinosaurier – vielleicht eine Anpassung an die trockene Umgebung Madagaskars.
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