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Oviraptor

Oviraptor

Der berühmteste Fehlname der Paläontologie

Kein Eierdieb – ein fürsorglicher Elternteil

Stell dir vor, du wirst über 70 Jahre lang für einen Dieb gehalten – und bist in Wahrheit ein liebevoller Elternteil! Genau das passierte dem Oviraptor. Sein Name bedeutet „Eierräuber", weil man 1923 sein Skelett direkt neben einem Dinosaurier-Nest fand. Die Forscher dachten: Er wollte die Eier stehlen!

Erst 1993 kam die Wahrheit ans Licht: Die Eier gehörten dem Oviraptor selbst. Er saß auf seinem eigenen Nest und brütete – wie ein Vogel! Damit ist sein Name der berühmteste Irrtum der Dinosaurierforschung.

Der Oviraptor war etwa 1,8 Meter lang und wog nur 37 Kilogramm – ungefähr so viel wie ein mittelgroßer Hund. Er war vollständig befiedert und sah eher aus wie ein seltsamer Riesenvogel als wie die Dinos aus den Filmen.

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Länge
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Zähne
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Jahre her
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Anatomie – Gebaut zum Jagen

Papageien-Schnabel

Oviraptor war komplett zahnlos – stattdessen besaß er einen kräftigen, papageienartigen Schnabel. Am Gaumen saßen zwei zahnartige Vorsprünge, mit denen er harte Nahrung zermalmen konnte. Studien zeigen: Oviraptoriden hatten eine überraschend starke Bisskraft, stärker als bei vielen anderen pflanzenfressenden Dinosauriern!

Federkleid und Schwanzfächer

Der Oviraptor war von Kopf bis Schwanz befiedert. Am Schwanzende saß ein Fächer aus langen Federn, befestigt an einem Pygostyl – verschmolzenen Schwanzwirbeln, wie sie auch Vögel haben. Forscher glauben, dass er den Fächer aufstellen konnte, um Partner zu beeindrucken.

Greifhände

Jede Hand hatte drei gebogene Klauen. Die Arme waren kräftig und wahrscheinlich ebenfalls befiedert. Beim Brüten legte der Oviraptor seine Arme schützend über den Nestrand – das ergibt nur Sinn, wenn Federn die Eier bedeckten.

Schädelkamm

Der Oviraptor hatte wahrscheinlich einen Kamm auf dem Kopf, aber beim einzigen gut bekannten Exemplar ist der Schädel leider zerdrückt. Das bekannte Bild des Oviraptor mit dem hohen Kamm zeigt eigentlich einen Verwandten namens Citipati!

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Größenvergleich

Kind (10 Jahre)
Truthahn
Oviraptor
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Leben und Verhalten

Brutpflege

Oviraptoriden waren fürsorgliche Eltern. Bis 2019 fanden Forscher mindestens 7 Erwachsene, die auf Nestern saßen – in typischer Vogelpose: Beine seitlich neben dem Nest, Arme schützend über die Eier gelegt.

2021 wurde sogar ein Erwachsener auf einem Gelege mit mindestens 24 Eiern entdeckt, von denen 7 Embryonen enthielten! Die Eier schlüpften nicht alle gleichzeitig, sondern nacheinander – wie bei manchen Vögeln.

Vogelartige Eltern

Ernährung

Oviraptor war ein Allesfresser. Im Bauchraum des ersten Exemplars fand man ein Eidechsenskelett – Beweis, dass er auch kleine Tiere fraß. Aber sein kräftiger Schnabel war vor allem für harte pflanzliche Nahrung gebaut: Nüsse, Samen und Stängel.

Die alte Theorie, er sei ein Eierdieb gewesen, ist schon seit 1993 widerlegt. Der Name 'Eierräuber' wurde aber nie geändert.

Allesfresser

Lebensraum

Oviraptor lebte vor etwa 75 bis 71 Millionen Jahren in der heutigen Gobi-Wüste (Mongolei). Damals war es ein trockenes Steppentiefland mit Sanddünen und kleinen Bächen.

Manche Dinosaurier wurden dort lebendig von Sandstürmen begraben – deshalb sind einige Exemplare so gut erhalten, zum Beispiel beim Brüten auf ihren Nestern.

Gobi-Wüste

Baby Yingliang

2021 wurde ein spektakulärer Fund veröffentlicht: 'Baby Yingliang', ein perfekt erhaltener Oviraptoriden-Embryo in einem Ei. Das Besondere: Er lag in einer 'Tucking'-Position – den Kopf unter den Körper gelegt, genau wie Küken kurz vor dem Schlüpfen.

Damit war bewiesen, dass dieses Verhalten nicht erst bei Vögeln entstand, sondern schon bei Dinosauriern existierte.

Berühmter Embryo
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Fundorte

Fundort
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Die Geschichte der Entdeckung

1923

Expedition entdeckt Fossil

Bei einer Expedition in der Gobi-Wüste finden Forscher ein Skelett direkt neben einem Dinosaurier-Nest. Sie glauben: Der Dinosaurier wollte die Eier stehlen!

1924

Osborn benennt Oviraptor

Henry Osborn gibt dem Dinosaurier den Namen Oviraptor – das bedeutet „Eierräuber". Aber er schreibt auch: Vielleicht ist das gar nicht richtig.

1977

Muschelfresser-Hypothese

Der Forscher Barsbold vermutet, dass Oviraptor mit seinem starken Schnabel Muscheln knacken konnte – wie ein Nussknacker.

1993

Eier gehören Oviraptor

70 Jahre nach der Entdeckung finden Forscher einen Oviraptoriden-Embryo in einem solchen Ei. Plötzlich ist klar: Die Eier gehörten dem Oviraptor selbst! Er war gar kein Dieb!

1995

Erster Brutnachweis

Ein Citipati-Exemplar wird in typischer Brutpose gefunden: Beine neben dem Nest, Arme über die Eier gelegt. Das ist der erste Beweis, dass Dinosaurier wie Vögel brüteten!

2002

Citipati-Verwechslung aufgedeckt

Forscher zeigen: Das berühmte Bild vom Oviraptor mit dem hohen Kopfkamm zeigt eigentlich einen anderen Dinosaurier – Citipati! Der echte Oviraptor sah ganz anders aus.

2021

Baby Yingliang entdeckt

Ein perfekt erhaltener Dino-Embryo wird veröffentlicht: „Baby Yingliang". Er liegt im Ei zusammengerollt – genau wie Küken kurz vor dem Schlüpfen! Das kannte man vorher nur von Vögeln.

2022

Neue Erkenntnisse zur Bisskraft

Neue Studien zeigen: Oviraptoriden hatten eine überraschend starke Bisskraft! Ihr Schnabel war stärker als der vieler anderer pflanzenfressender Dinosaurier – perfekt für harte Nüsse und Samen.

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