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SteckbriefHerbivor

Thescelosaurus neglectus

Einer der bestdokumentierten basalen Ornithopoden der Oberkreide Nordamerikas — mit 50 Occurrences, 4 gültigen Arten, einem aufgelösten Synonym und 122 taxonomischen Meinungen in der PBDB.

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Thescelosaurus neglectus wurde 1913 von Charles W. Gilmore anhand von Material aus der Lance-Formation in Wyoming beschrieben (ref:13458). Der Artname „neglectus" bezieht sich darauf, dass das Fossil zunächst wenig Aufmerksamkeit erhielt. Mehr als ein Jahrhundert später ist Thescelosaurus mit 50 Occurrences aus 54 Collections einer der am besten belegten kleinen Ornithopoden der Oberkreide. Die PBDB führt die Gattung unter der Clade Clypeodonta (txn:318659), ohne Familienzuordnung. Die zeitliche Spanne reicht laut PBDB vom Turonium bis zum Maastrichtium (93,9–66,0 Ma), wobei der Großteil der Funde ins späte Maastrichtium fällt.

Einer der bestdokumentierten basalen Ornithopoden der Oberkreide Nordamerikas — mit 50 Occurrences, 4 gültigen Arten, einem aufgelösten Synonym und 122 taxonomischen Meinungen in der PBDB.
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Taxonomische Meinungen (PBDB)
61 Genus-level + 61 Species-level (verteilt auf 6 Taxa inkl. Bugenasaura)
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Occurrences
Aus 54 Collections; 38 US + 12 CA
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Zeitspanne (Turonium–Maastrichtium)
Kernverbreitung im späten Maastrichtium; ältester Fund cf. aus dem Turonium
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Gültige Arten + Synonym
T. neglectus, T. garbanii, T. edmontonensis, T. assiniboiensis + Bugenasaura
TAXONOMIE

Taxonomie und Artenvielfalt

Die PBDB verzeichnet 122 taxonomische Opinions (61 auf Gattungsebene, 61 auf Artebene verteilt auf 6 Taxa). Vier Arten sind als gültig geführt: T. neglectus Gilmore 1913 (Typusart), T. edmontonensis Sternberg 1940, T. garbanii Morris 1976 und T. assiniboiensis Brown et al. 2011. Dazu kommt Bugenasaura Galton 1995, die als subjektives Synonym von Thescelosaurus eingestuft wird. Die taxonomische Revision von Boyd & Brown (2009, ref:31494) war ein Wendepunkt: Sie synonymisierten Bugenasaura mit Thescelosaurus und klärten die Artabgrenzungen. Dennoch bleibt der Status von T. edmontonensis und T. garbanii mit jeweils annähernd ausgeglichenem Meinungsverhältnis zwischen „valid" und „synonym" umstritten.

Die Zuordnung zu Clypeodonta — einer von Dieudonné et al. definierten Clade innerhalb der Ornithopoda — ist die aktuelle PBDB-Position. Ältere Opinions platzierten Thescelosaurus unter anderem bei den Hypsilophodontidae, Thescelosauridae oder als basalen Ornithopoden ohne Familienrang. Die 61 Genus-level-Opinions dokumentieren diese Wanderung durch die Systematik über mehr als ein Jahrhundert. Die Ecospace-Kodierung (terrestrisch, herbivor, gregarious, ovipar) ist auf Gattungsebene kodiert; die PBDB-Größenklasse siz=5 weist auf ein mittelgroßes Tier hin.

Geografisch verteilen sich die 50 Occurrences auf die USA (38) und Kanada (12). Die Formationen Hell Creek (22 Occurrences) und Lance (8) dominieren deutlich, gefolgt von Oldman (4), Dinosaur Park (4), Frenchman (2) und Scollard (2). Der älteste Fund — ein cf. Thescelosaurus sp. aus der Straight Cliffs Formation (Late Turonian, col:14415) — erweitert die Gattungsreichweite signifikant über das Campanium hinaus, beruht aber auf einer unsicheren Identifikation. Ebenso bemerkenswert ist ein fraglicher Fund aus der Fruitland Formation (col:52052), der in einem als „marine indet." kodierten Milieu dokumentiert ist — eine für terrestrische Dinosaurier ungewöhnliche Ablagerung.

FUNDORTE

Verbreitung und Fundorte

Die 54 Collections verteilen sich über den gesamten westlichen Teil Nordamerikas, von Wyoming (Typuslokalität, Lance Formation) über Montana, North und South Dakota (Hell Creek Formation) bis nach Alberta und Saskatchewan in Kanada (Scollard, Frenchman, Dinosaur Park, Oldman Formations). Die Typuslokalität von T. neglectus ist col:48626 (Dogie Creek, Wyoming, Lance Formation, Late Maastrichtian). T. edmontonensis stammt aus col:48627 (nahe Rumsey, Alberta, Scollard Formation), T. garbanii aus col:48622 (LACM V3152, Hell Creek Formation, Montana) und T. assiniboiensis aus col:48628 (Frenchman River Valley, Saskatchewan, Frenchman Formation). Alle Typuslokalitäten datieren ins späte Maastrichtium, was Thescelosaurus als einen der letzten Nicht-Vogel-Dinosaurier vor dem K-Pg-Massenaussterben ausweist.

Fundort
ENTDECKUNG

Forschungsgeschichte

1913

1995

2009

2011

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Häufig gestellte Fragen zu Thescelosaurus neglectus

Galton errichtete Bugenasaura 1995 für Material, das er als eigenständig gegenüber Thescelosaurus betrachtete (B. infernalis). Boyd & Brown (2009, ref:31494) zeigten in einer umfassenden Revision, dass die diagnostischen Merkmale von Bugenasaura innerhalb der Variationsbreite von Thescelosaurus liegen. Die PBDB führt Bugenasaura daher als subjektives Synonym von Thescelosaurus, und B. infernalis ist direkt unter Thescelosaurus (txn:38742) eingeordnet.

Der älteste Fund (cf. Thescelosaurus sp. aus der Straight Cliffs Formation, col:14415) erweitert die PBDB-Gattungsreichweite bis ins späte Turonium (~90 Ma) — etwa 20 Millionen Jahre vor dem Hauptverbreitungsgebiet im Maastrichtium. Die Identifikation als „cf." (vergleiche mit) signalisiert jedoch Unsicherheit. Die große zeitliche Lücke zwischen diesem Fund und den nächstälteren Campanium-Funden mahnt zur Vorsicht bei der Interpretation.

Mit 50 Occurrences aus 54 Collections ist Thescelosaurus einer der bestbelegten basalen Ornithopoden weltweit. Dies liegt an seiner Häufigkeit in den fossilreichen Formationen des westlichen Nordamerika — insbesondere Hell Creek (22 Occurrences) und Lance (8). Diese Formationen sind seit über 100 Jahren intensiv besammelt worden und liefern kontinuierlich neues Material.

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