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SteckbriefHerbivor

Orodromeus makelai

Der namensgebende Vertreter der Orodrominae – beschrieben anhand von Embryonen, berühmt durch Egg Mountain, und mit 55 taxonomischen Meinungen einer der meistdiskutierten kleinen Ornithischier überhaupt.

Bergläufer

Ornithischia · Thescelosauridae

Dieser Steckbrief zeigt die gesicherten Fakten. Entdecke Dinosaurier mit ausführlichen Profilen

Die Erstbeschreibung von Orodromeus makelai in Nature war ungewöhnlich: Horner und Weishampel (1988, ref:7404) stellten den neuen Ornithischier nicht als klassische anatomische Beschreibung vor, sondern als Teil einer vergleichenden embryologischen Studie zweier Dinosaurier – Orodromeus und Maiasaura. Der Artname ehrt Robert Makela, Horners langjährigen Grabungspartner. 2013 wurde die Unterfamilie Orodrominae nach dieser Gattung benannt (Brown et al., ref:46723) – eine Anerkennung der zentralen Rolle, die Orodromeus für das Verständnis kleiner kreidezeitlicher Ornithischier spielt.

Der namensgebende Vertreter der Orodrominae – beschrieben anhand von Embryonen, berühmt durch Egg Mountain, und mit 55 taxonomischen Meinungen einer der meistdiskutierten kleinen Ornithischier überhaupt.
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Erstbeschreibung
Durch Horner & Weishampel in Nature – als Teil einer embryologischen Vergleichsstudie
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Zeitliche Einordnung
Campanium bis Maastrichtium; Hauptverbreitung in der Two Medicine Formation (bis 72,2 Ma)
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Fundstellen
7 in der Two Medicine Fm. + je 1 in Judith River Fm. und Hell Creek Fm., alle in Montana
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Taxonomische Meinungen
22 Genus- + 33 Species-Level (1988–2020) — namensgebend für die Orodrominae
TAXONOMIE

Taxonomie und der Weg zu Orodrominae

Die taxonomische Geschichte von Orodromeus spiegelt den Wandel der Ornithischier-Systematik wider: 22 Genus-Level-Opinions verteilen sich auf sechs verschiedene übergeordnete Taxa. In der Erstbeschreibung ordneten Horner & Weishampel (1988) die Gattung den Hypsilophodontidae zu – eine Klassifikation, die 11 weitere Opinions bis 2014 beibehielten. Norman (1989) stellte Orodromeus zu den Hypsilophodontia, eine geringfügig andere Formulierung. Ab 2002 folgten Neueinordnungen zu den Ornithopoda (4 Opinions: Buchholz 2002, Butler 2007, Butler 2008, Han 2012) und zu den Euornithopoda (2 Opinions: Norman 2004, Galton 2009).

Der entscheidende Wendepunkt kam 2013: Brown et al. (ref:46723) errichteten die Unterfamilie Orodrominae innerhalb der Thescelosauridae und wählten Orodromeus als namensgebende Gattung. Zusammen mit Oryctodromeus und Zephyrosaurus bildete er den Kern dieser neuen Gruppe. Madzia et al. 2018 (ref:66120) stützten diese Einordnung mit phylogenetischer Evidenz. Herne et al. 2019 (ref:75855) platzierten die Gattung auf Familienebene bei den Thescelosauridae. Die aktuellste und in der PBDB als „current" geführte Opinion stammt von Dieudonné et al. 2020 (ref:73943), die Orodromeus erneut als Orodrominae bestätigten.

Auf Artebene ist Orodromeus makelai bemerkenswert stabil: Alle 33 Species-Level-Opinions (1988–2020) bestätigen die Zugehörigkeit ohne Ausnahme. Weder Synonymisierungen noch nomen-dubium-Einstufungen wurden je vorgeschlagen. Zusammen ergeben sich 55 taxonomische Stellungnahmen (22 Genus + 33 Species) – ein außergewöhnlich hoher Wert für einen kleinen Ornithischier, der die anhaltende Aufmerksamkeit für dieses Taxon unterstreicht.

FUNDORTE

Verbreitung und Fundorte

Die 9 Fundstellen konzentrieren sich fast ausschließlich auf Montana. Die Typuslokalität Egg Mountain (col:14453, MOR TM-006) im Teton County liegt im Flag Butte Member der Two Medicine Formation (Campanium, 83,6–72,2 Ma). Diese Fundstelle umfasst 18 Occurrences mit einer bemerkenswerten Faunengemeinschaft: neben Orodromeus finden sich [[dino:troodon-formosus|Troodon formosus]], Dromaeosauridae indet., Tyrannosauridae indet., die Eidechse Magnuviator ovimonsensis, das Multituberculat Filikomys primaevus sowie die Eierschalen-Oospecies Prismatoolithus levis und Spheroolithus maiasauroides. Das nahegelegene Camp-o-saur Bonebed (col:22653, MOR TM-003) enthält 6 Occurrences, darunter [[dino:maiasaura|Maiasaura]] peeblesorum. Drei weitere Fundstellen in Wyoming-nahen Counties lieferten Microsites und cf.-Bestimmungen. Eine Occurrence in der Judith River Formation (col:14446, Chouteau County) und eine weitere im Bug Creek Anthills (col:13142, McCone County, Hell Creek Formation, 72,2–66,0 Ma) erweitern die stratigraphische Reichweite bis ins späte Maastrichtium – wobei die Hell Creek-Zuordnung aus einer Microsite mit 66 Occurrences stammt und methodisch vorsichtig zu bewerten ist.

Fundort
ENTDECKUNG

Forschungsgeschichte

1988

Horner & Weishampel (ref:7404) beschreiben Orodromeus makelai in Nature als neuen Ornithischier aus der Two Medicine Formation. Ungewöhnlich: Die Erstbeschreibung erfolgt nicht als klassische anatomische Diagnose, sondern im Rahmen einer vergleichenden embryologischen Studie mit Maiasaura. Der Artname ehrt Robert Makela. Zuordnung: Hypsilophodontidae.

2013

Brown et al. (ref:46723) errichten die Unterfamilie Orodrominae innerhalb der Thescelosauridae und wählen Orodromeus als namensgebende Gattung. Zusammen mit Oryctodromeus und Zephyrosaurus bildet er den Kern dieser neuen Gruppe kleiner kreidezeitlicher Ornithischier Nordamerikas.

2018

Madzia, Boyd & Mazuch (ref:66120) bestätigen die Orodrominae-Klassifikation phylogenetisch ('stated with evidence'). Orodromeus wird zusammen mit Oryctodromeus und Zephyrosaurus als Teil dieser Unterfamilie kleiner kreidezeitlicher Ornithischier gestützt.

2020

Dieudonné et al. (ref:73943) bestätigen die Orodrominae-Zuordnung — die aktuellste und in der PBDB als 'current' geführte Opinion. Mit 55 taxonomischen Stellungnahmen (22 Genus + 33 Species) über 32 Jahre ist Orodromeus der meistdiskutierte kleine Ornithischier in der PBDB — ein Status, der sowohl seiner embryologischen Erstbeschreibung als auch seiner Rolle als Namensgeber der Orodrominae geschuldet ist.

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Zu Oryctodromeus

Häufig gestellte Fragen zu Orodromeus

Als Brown et al. 2013 die Orodrominae errichteten, wählten sie Orodromeus als namensgebende Gattung. Der Grund: Orodromeus war zum Zeitpunkt der Beschreibung der bekannteste und am besten dokumentierte Vertreter dieser Gruppe kleiner kreidezeitlicher Ornithischier – mit Embryonen, Eiern, Nestern und postkranialem Material vom Egg Mountain.

Die Fundstelle Egg Mountain (col:14453) in der Two Medicine Formation ist eine der wenigen Lokalitäten, an denen Dinosaurier-Nester, Eier und embryonales Material in situ dokumentiert wurden. Die 18 Occurrences umfassen neben Orodromeus ein breites Faunenspektrum von Theropoden über Eidechsen und Schildkröten bis zu frühen Säugetieren und Insekten – ein seltenes Fenster in ein oberkreidezeitliches Ökosystem.

Eine einzelne Occurrence in der Hell Creek Formation (col:13142, Bug Creek Anthills) erweitert die Range bis ins späte Maastrichtium (72,2–66,0 Ma). Allerdings stammt dieser Fund aus einer Microsite mit 66 Occurrences (Estes 1965, ref:4377), und die PBDB selbst zeigt die „sichere" letzte Appearance bei 72,2 Ma (fla-Wert). Die Zuordnung ist daher mit Vorsicht zu behandeln.

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