Zum Hauptinhalt springen
dinos.life

Sieh den Diplodocus in Aktion!

Diplodocus

Der Langhalssaurier, der die Welt eroberte

Ein Dinosaurier wird zum Weltstar

Diplodocus war einer der längsten Dinosaurier, die je gelebt haben – bis zu 25 Meter lang, mit einem Schwanz, der über die Hälfte seiner Körperlänge ausmachte! Er lebte vor etwa 150 Millionen Jahren in Nordamerika, zusammen mit anderen berühmten Dinosauriern wie Stegosaurus und Allosaurus.

Aber Diplodocus ist nicht nur wegen seiner Größe berühmt. Er wurde zum ersten „Dinosaurier-Diplomaten" der Geschichte: Der amerikanische Milliardär Andrew Carnegie ließ Gipsabgüsse des berühmten „Dippy"-Skeletts anfertigen und verschenkte sie an Museen in der ganzen Welt. Über 100 Jahre lang stand ein Diplodocus in der Haupthalle des Natural History Museum in London!

Mit seinen stiftförmigen Zähnen, die er wie einen Kamm benutzte, und seinem peitschenartigen Schwanz, der Überschallgeschwindigkeit erreichen konnte, war Diplodocus ein faszinierendes Tier – ganz anders als die plumpen Riesenechsen, die man sich früher vorstellte.

0
Länge
0
Gewicht
0
Geschwindigkeit
0
Zähne
1

Anatomie – Gebaut zum Jagen

Der extreme Hals

Mit bis zu 15 Wirbeln und einer Länge von etwa 6-7 Metern war der Hals von Diplodocus ein Wunderwerk der Natur. Die Wirbel waren von Luftkammern durchzogen – wie Luftpolsterfolie aus Knochen – was den Hals leichter machte. Trotzdem konnte Diplodocus seinen Hals wahrscheinlich nicht so hoch heben wie in manchen Bildern gezeigt. Stattdessen schwenkte er ihn wahrscheinlich seitlich hin und her, um möglichst viele Pflanzen zu erreichen, ohne seine schweren Beine bewegen zu müssen.

Der Peitschenschwanz

Der Schwanz war das längste Körperteil: etwa 13-14 Meter lang, mit etwa 80 Wirbeln! Die letzten 40 Wirbel waren ganz dünn und peitschenförmig. Wissenschaftler haben berechnet, dass die Schwanzspitze bei einer Bewegung Überschallgeschwindigkeit erreichen konnte – mit einem lauten Knall! Vielleicht diente das zur Kommunikation oder zur Abschreckung von Raubtieren.

Die Stiftzähne

Diplodocus hatte nur etwa 40 Zähne – alle vorne im Maul, wie ein Kamm angeordnet. Die Zähne waren stiftförmig und abgenutzt, weil Diplodocus sie zum Abstreifen von Blättern benutzte. Alle 35 Tage wurde jeder Zahn durch einen neuen ersetzt – der schnellste Zahnwechsel aller Dinosaurier!

Die Säulenbeine

Diplodocus lief auf allen vieren, wobei die Vorderbeine kürzer waren als die Hinterbeine. Deswegen war sein Rücken nach hinten geneigt. Die Beine waren wie Säulen gebaut – gerade und kräftig, um das enorme Gewicht zu tragen. Mit einer Geschwindigkeit von etwa 5 km/h war er allerdings ziemlich langsam unterwegs.

2

Größenvergleich

Mensch (1,80 m)
Afrikanischer Elefant
Diplodocus
3

Leben und Verhalten

Ernährung

Diplodocus war ein Pflanzenfresser, der mit seinen stiftförmigen Zähnen Blätter von Zweigen abstreifte. Er konnte nicht kauen, sondern schluckte die Pflanzen ganz herunter. Im Magen halfen ihm verschluckte Steine (Gastrolithen) bei der Verdauung.

Wahrscheinlich verbrachte er den größten Teil des Tages mit Fressen – ein so großes Tier braucht enorme Mengen an Nahrung! Forscher schätzen, dass ein erwachsener Diplodocus über 500 kg Pflanzen pro Tag fressen musste.

Pflanzenfresser

Fortpflanzung

Wie alle Dinosaurier legte Diplodocus Eier. Die Eier waren etwa so groß wie ein Fußball – winzig im Vergleich zu den Eltern! Nester wurden in der Nähe anderer Diplodocus-Nester angelegt, manchmal in regelrechten „Kindergärten".

Die Babys wuchsen unglaublich schnell: Im ersten Lebensjahr legten sie etwa 1.400 kg zu – das sind fast 4 kg pro Tag!

Eierlegend

Lebenserwartung

Diplodocus konnte wahrscheinlich 70-80 Jahre alt werden – eines der langlebigsten Landtiere, die je existiert haben. Wissenschaftler können das Alter anhand von Wachstumsringen in den Knochen ablesen, ähnlich wie bei Baumringen.

Mit etwa 25 Jahren war ein Diplodocus ausgewachsen, konnte aber noch weiter an Masse zunehmen.

70–80 Jahre

Lebensraum

Diplodocus lebte in der Morrison-Formation, einem riesigen Gebiet im Westen der heutigen USA. Vor 150 Millionen Jahren war das eine Landschaft mit Flüssen, Seen und saisonalen Überschwemmungen – ähnlich wie die heutigen Savannen Afrikas.

Er lebte zusammen mit anderen berühmten Dinosauriern: Stegosaurus, Allosaurus, Brachiosaurus und Apatosaurus. Die Morrison-Formation ist eine der reichsten Dinosaurier- Fundstellen der Welt.

Morrison-Formation

Dippy: Der berühmteste Dinosaurier

Am 4. Juli 1899 – dem amerikanischen Unabhängigkeitstag – wurde ein fast vollständiges Diplodocus-Skelett in Wyoming entdeckt. Der Milliardär Andrew Carnegie ließ Gipsabgüsse anfertigen und verschenkte sie an Museen in London, Berlin, Paris, Wien und vielen anderen Städten.

Der Londoner „Dippy" stand über 100 Jahre in der Haupthalle des Natural History Museum und wurde zu einem der berühmtesten Dinosaurier der Welt. 2017 ging er auf eine dreijährige Tour durch ganz Großbritannien!

Dinosaurier-Diplomatie
4

Fundorte

Fundort
Hauptfundort
5

Die Geschichte der Entdeckung

1877

Die ersten Diplodocus-Knochen werden entdeckt

1877 entdeckten die Fossiliensammler Benjamin Mudge und Samuel Wendell Williston in Colorado die ersten Knochen eines riesigen Dinosauriers. Sie arbeiteten für den berühmten Paläontologen Othniel Charles Marsh, der zu dieser Zeit im heftigen Wettstreit mit seinem Rivalen Edward Drinker Cope um die Entdeckung neuer Dinosaurierarten stand.

1878

Der Dinosaurier bekommt seinen Namen

Marsh beschrieb den neuen Dinosaurier und nannte ihn Diplodocus longus. Der Name bedeutet „Doppelbalken" – wegen der ungewöhnlich geformten Knochen an der Unterseite des Schwanzes (Chevron-Knochen), die wie zwei parallele Balken aussahen. Diese besondere Form hatte Marsh bei keinem anderen Dinosaurier gesehen!

1899

Dippy wird am Unabhängigkeitstag entdeckt!

Am 4. Juli 1899 – dem amerikanischen Nationalfeiertag – machten Jacob Wortman und William Harlow Reed in Wyoming eine sensationelle Entdeckung: ein fast vollständiges Diplodocus-Skelett! Der Stahlmagnat Andrew Carnegie hatte die Expedition finanziert. Diese Entdeckung am Unabhängigkeitstag machte den Fund zu einem amerikanischen Symbol.

1901

Carnegies Dinosaurier wird benannt

Das Dippy-Skelett war so außergewöhnlich vollständig, dass es als neue Art beschrieben wurde: Diplodocus carnegii – zu Ehren von Andrew Carnegie, der die Entdeckung ermöglicht hatte. Diese Art ist heute die bekannteste und am besten erforschte Diplodocus-Art.

1905

Diplodocus reist um die Welt

Nach London gingen weitere Diplodocus-Abgüsse an Museen in Berlin, Paris, Wien, Bologna, St. Petersburg, La Plata (Argentinien) und Madrid. Innerhalb weniger Jahre stand Diplodocus in den wichtigsten Naturkundemuseen der Welt. Er wurde zum bekanntesten Dinosaurier seiner Zeit – lange vor dem T. rex!

1979

Ein riesiger „neuer" Dinosaurier wird entdeckt

Wanderer entdeckten in New Mexico Knochen eines gigantischen Dinosauriers. Die Knochen waren so groß, dass der Finder sie zunächst für versteinerte Baumstämme hielt! Erst später erkannten Wissenschaftler, dass es sich um einen der größten Diplodocus handelte, der je gefunden wurde.

1991

Die „Erdbebenechse" wird benannt

Der Paläontologe David Gillette beschrieb den Fund aus New Mexico als neue Gattung: Seismosaurus hallorum – die „Erdbebenechse". Mit geschätzten 39-52 Metern Länge sollte es der längste Dinosaurier aller Zeiten sein! Aber diese Schätzung erwies sich später als zu optimistisch...

2004

War Seismosaurus nur ein großer Diplodocus?

Forscher begannen zu zweifeln: War Seismosaurus wirklich eine eigene Gattung? Bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass die Unterschiede zu Diplodocus nicht groß genug waren. Die „Erdbebenechse" war wahrscheinlich einfach ein besonders großes Diplodocus-Exemplar!

2006

Die wahre Größe wird korrigiert

Eine neue Studie korrigierte die Größenangaben deutlich nach unten: Statt 39-52 Metern war das Exemplar „nur" etwa 33 Meter lang – immer noch riesig, aber nicht der Rekordhalter. Die Art wurde offiziell zu Diplodocus hallorum umbenannt.

2015

Die große Diplodociden-Studie

In einer umfassenden Studie untersuchten Forscher alle bekannten Diplodocus-Skelette und ihre Verwandten. Sie bestätigten, dass es mehrere gültige Diplodocus-Arten gibt: D. carnegii (die bekannteste), D. hallorum (der Riese aus New Mexico) und möglicherweise weitere. D. longus – die zuerst benannte Art – bleibt problematisch, da das Original-Material unvollständig ist.

2017

Dippy geht auf Tour

Nach 112 Jahren in der Haupthalle des Natural History Museum in London wurde der berühmte Dippy-Abguss abgebaut – aber nicht eingelagert! Stattdessen ging er auf eine dreijährige Tour durch Großbritannien, damit Menschen in allen Landesteilen den berühmten Dinosaurier sehen konnten. In London nahm ein Blauwal-Skelett seinen Platz ein.

2022

Wie schnell wuchs Diplodocus?

Eine Studie an Diplodocus-Knochen enthüllte, wie diese Riesen so groß werden konnten: Sie wuchsen extrem schnell! Im ersten Lebensjahr legte ein Diplodocus etwa 1,4 Tonnen zu – das entspricht 4 kg pro Tag! Nach etwa 25 Jahren hatte er seine volle Größe erreicht.

2025

Diplodocus in Farbe!

Forscher analysierten winzige Strukturen in versteinerten Diplodocus-Hautabdrücken und konnten erstmals Hinweise auf die Farbmuster finden! Die Ergebnisse deuten auf eine zweifarbige Tarnfärbung hin: dunkler Rücken und hellerer Bauch – ähnlich wie bei heutigen großen Säugetieren wie Elefanten.

Neugierig geworden?

Entdecke weitere Sauropoden und finde heraus, welche Dinosaurier noch im Oberen Jura lebten!

Mehr Dinosaurier entdecken