
Argentinosaurus
Einer der größten Dinosaurier aller Zeiten
Ein wahrer Gigant der Urzeit
Stell dir ein Tier vor, das so lang wie drei Schulbusse und so schwer wie zwölf Elefanten war. Der Argentinosaurus gehört zu den größten Landtieren, die jemals auf der Erde gelebt haben. Er lebte vor etwa 96 bis 92 Millionen Jahren in der Kreidezeit im heutigen Argentinien.
Entdeckt wurde er 1987 von dem Farmer Guillermo Heredia auf seiner Ranch in Patagonien. Er fand einen riesigen Knochen, der zunächst für einen versteinerten Baumstamm gehalten wurde. Als Forscher den Fund untersuchten, stellten sie fest: Das war der Knochen eines gigantischen Dinosauriers! 1993 gaben die Paläontologen José Bonaparte und Rodolfo Coria ihm seinen Namen: Argentinosaurus huinculensis – benannt nach Argentinien und dem Fundort Plaza Huincul.
Das Erstaunliche: Von diesem Riesen sind weniger als 5 % des Skeletts erhalten. Alles, was wir über ihn wissen, stammt von nur wenigen Knochen – sechs Rückenwirbeln, fünf Kreuzbeinwirbeln, einem Rippenfragment und einem Wadenbein.
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Gigantische Wirbel
Die Rückenwirbel des Argentinosaurus sind gewaltig: 159 cm hoch und 129 cm breit. Ein einzelner Wirbelkörper (das Centrum) misst bis zu 57 cm. Zum Vergleich: Ein menschlicher Rückenwirbel ist nur etwa 3 cm hoch! Die Wirbel hatten eine besondere Wabenstruktur mit Luftkammern von 4 bis 6 cm Durchmesser. Das machte sie leichter, ohne die Stabilität zu verringern – ähnlich wie bei einer Wabenstruktur im Flugzeugbau.
Riesiges Wadenbein
Das Wadenbein (Fibula) des Argentinosaurus misst 155 cm – so groß wie ein erwachsener Mensch! Interessant: Anfangs hielten die Forscher den Knochen für ein Schienbein (Tibia). Erst 2004 erkannten Mazzetta und Kollegen, dass es sich um ein Wadenbein handelt. Das zeigt, wie schwierig die Zuordnung einzelner Knochen bei so riesigen Tieren sein kann.
Extremes Gewicht
Die Schätzungen für das Gewicht des Argentinosaurus liegen bei 65 bis 80 Tonnen, mit einem Mittelwert von etwa 73 Tonnen. Computersimulationen von Sellers und Kollegen (2013) modellierten ein Tier von rund 80 Tonnen. Ein ausgewachsener Afrikanischer Elefant wiegt etwa 6 Tonnen – der Argentinosaurus war also etwa zwölfmal so schwer!
Fortbewegung
Trotz seiner enormen Größe konnte der Argentinosaurus laufen – aber nicht besonders schnell. Computermodelle berechnen eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 7,2 km/h, ungefähr so schnell wie ein zügiger Spaziergang. Seine Beine standen säulenartig unter dem Körper, ähnlich wie bei heutigen Elefanten. Unter seinen Füßen hatte er ein weiches Polster, das die gewaltige Last verteilte.

Größenvergleich
Leben und Verhalten
Ernährung
Als Pflanzenfresser (Herbivore) musste der Argentinosaurus jeden Tag gewaltige Mengen Pflanzen fressen, um sein Körpergewicht zu halten. Mit seinem langen Hals konnte er Baumkronen erreichen, an die kein anderer Dinosaurier herankam.
In seiner Umgebung wuchsen vor allem Nadelbäume, aber auch frühe Blütenpflanzen und Farne. Da kein Schädel erhalten ist, können Forscher seine genaue Ernährung nur anhand verwandter Arten einschätzen.
PflanzenfresserFortpflanzung
Titanosaurier wie der Argentinosaurus legten Eier. Am Fundort Auca Mahuevo in Argentinien wurden Nester verwandter Titanosaurier entdeckt: 20 bis 40 Eier pro Gelege, jedes mit einem Durchmesser von 13 bis 15 cm – etwa so groß wie eine Melone.
Die Babys schlüpften winzig im Vergleich zu ihren Eltern und mussten ihr Gewicht um das Tausendfache steigern. Sie waren beim Schlüpfen vermutlich auf sich selbst gestellt.
EierlegendLebenserwartung
Für den Argentinosaurus selbst gibt es keine direkten Daten zur Lebenserwartung, weil keine Wachstumsringe in seinen Knochen untersucht werden konnten.
Vergleiche mit anderen großen Sauropoden deuten auf eine Lebensdauer von 40 bis 80 Jahren hin – aber das ist eine Schätzung.
Geschätzt 40–80 JahreLebensraum und Nachbarn
Der Argentinosaurus lebte in der Huincul-Formation in Patagonien, einer Landschaft mit Flüssen und Wäldern. Zur gleichen Zeit lebte dort Mapusaurus, ein großer Raubsaurier von etwa 12 Metern Länge, und Meraxes, ein weiterer riesiger Fleischfresser.
Vielleicht hast du gehört, dass Giganotosaurus den Argentinosaurus gejagt haben soll. Aber Giganotosaurus lebte in einer etwas älteren Gesteinsschicht und war daher wahrscheinlich kein direkter Zeitgenosse!
KreidezeitFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
Entdeckung
Der Farmer Guillermo Heredia findet auf seiner Ranch in Patagonien einen riesigen Knochen, den er zunächst für einen versteinerten Baumstamm hält.
Erstbeschreibung
Die Paläontologen José Bonaparte und Rodolfo Coria beschreiben den Fund als Argentinosaurus huinculensis – einen riesigen Titanosaurier aus der Kreidezeit.
Fibula-Korrektur
Forscher entdecken einen Fehler: Der große Beinknochen, den man für ein Schienbein hielt, ist in Wirklichkeit ein Wadenbein. Das ändert die Berechnungen zum Körperbau.
Mapusaurus
Der Raubsaurier Mapusaurus wird beschrieben – er lebte zur gleichen Zeit und am gleichen Ort wie der Argentinosaurus und jagte möglicherweise in Gruppen.
Biomechanik-Simulation
Ein Computermodell simuliert erstmals, wie der Argentinosaurus gelaufen ist. Ergebnis: höchstens 7,2 km/h – etwas schneller als ein gemütlicher Spaziergang.
Patagotitan
Der verwandte Titanosaurier Patagotitan wird beschrieben – mit ~69 Tonnen ähnlich schwer, aber viel besser erhalten. Er hilft, den Argentinosaurus besser zu verstehen.
Fußpolster & Meraxes
Forscher entdecken, dass Titanosaurier ein weiches Fußpolster hatten – ähnlich wie Elefanten. Außerdem wird Meraxes beschrieben, ein weiterer großer Raubsaurier aus derselben Region.
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