Proto-Federn und Färbung
Das auffälligste Merkmal von Sinosauropteryx sind die filamentösen Strukturen, die seinen Körper bedeckten. Diese sogenannten Proto-Federn waren einfache, unverzweigte Fäden – keine echten Federn mit Schaft und Fahne, wie sie Vögel besitzen. Sie hatten keinerlei aerodynamische Funktion und dienten vermutlich der Wärmeisolation und möglicherweise der Tarnung.
2010 gelang es Zhang et al., in diesen Filamenten Melanosomen nachzuweisen – winzige Pigmentkörperchen, die Rückschlüsse auf die Farbe erlauben (Nature 463, 2010). Das Ergebnis: Sinosauropteryx war rotbraun bis orangebraun gefärbt, in der Literatur oft als „ginger" beschrieben. Der Schwanz zeigte ein alternierendes Muster aus orangebraunen und weißen Streifen. Es war die erste wissenschaftlich fundierte Farbrekonstruktion eines nicht-avialen Dinosauriers überhaupt.
2017 gingen Smithwick et al. noch einen Schritt weiter (Current Biology 27, 2017). Anhand von 3D-Modellen wiesen sie ein Countershading-Muster nach – dunkler Rücken, heller Bauch –, das in der Natur typisch für Tiere in offenen Lebensräumen ist. Zusätzlich identifizierten sie eine dunkle „Bandit-Maske" über den Augen, vergleichbar mit den Gesichtszeichnungen von Waschbären oder bestimmten Vögeln. Solche Muster können Blendung durch Sonnenlicht reduzieren und die Umrisse des Kopfes für Beutetiere schwerer erkennbar machen.