Laquintasaura venezuelae
Ein paläoäquatorialer Ornithischier und was er über die früheste Dinosaurier-Diversifikation verrät
„Echse der La Quinta [Formation]“
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Als Barrett, Butler, Mundil, Scheyer, Irmis & Sánchez-Villagra 2014 in den Proceedings of the Royal Society B (281: 20141147) einen neuen Dinosaurier aus Venezuela beschrieben, war das in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Laquintasaura venezuelae ist nicht nur der erste und bisher einzige benannte Dinosaurier des Landes, sondern auch einer von sehr wenigen Ornithischiern aus niedrigen Paläobreitengraden des frühesten Jura. Das Fossil stammt aus der La Quinta Formation im Bundesstaat Táchira und datiert auf das Hettangium (~201,4–199,5 Ma) – unmittelbar nach dem Endtrias-Massenaussterben, das den Aufstieg der Dinosaurier zur dominanten Landwirbeltiergruppe einleitete.
Taxonomie und Klassifikation
Laquintasaura venezuelae wird in der Paleobiology Database (Taxon-ID txn:302025) als basales Ornithischia geführt – ohne Zuordnung zu einer Familie oder Unterordnung. Beide in der PBDB registrierten taxonomischen Opinions klassifizieren das Taxon unter Ornithischia: Barrett et al. (2014, ref:52146) als Erstbeschreibung und Dieudonné, Cruzado-Caballero, Godefroit & Tortosa (2020, Historical Biology 33(10): 2335–2355, ref:73943) als aktuelle Bestätigung dieser Einordnung. Die unsichere phylogenetische Position – basal innerhalb Ornithischia, ohne klare Zugehörigkeit zu einer der etablierten Kladen – reflektiert sowohl die Fragmentarität des Materials als auch die generelle Schwierigkeit, basale Ornithischier des frühen Jura einzuordnen.
Der Gattungsname leitet sich von der La Quinta Formation ab, in der das Fossil geborgen wurde; der Artname ehrt Venezuela als Herkunftsland. Die Erstbeschreibung basiert auf Material, das zwischen 1992 und 1994 am Rio La Grita bei der Stadt La Grita (Bundesstaat Táchira) gesammelt wurde. Bereits 1992 hatten Russell, Rivas, Battail & Russell in den Comptes Rendus de l'Académie des Sciences (Paris, Sér. II, 314: 1247–1252) fossile Vertebraten von dieser Lokalität beschrieben – ohne jedoch einen Dinosaurier formal zu benennen.
Verbreitung und Fundorte
Die einzige bekannte Fundstelle ist die La Quinta Quarry am Rio La Grita, Bundesstaat Táchira, Venezuela (8,14° N, 71,99° W; Höhe 1.598 m). Die PBDB-Collection col:55294 dokumentiert den Fundort im oberen Abschnitt der La Quinta Formation – violetter Siltstein in terrestrischer Ablagerung. Die GPlates-Rekonstruktion (201 Ma) ergibt Paläokoordinaten von 2,77° S und 30,77° W – eine nahezu äquatoriale Position auf dem Superkontinent Pangäa. Neben Laquintasaura sind in derselben Collection sechs weitere Occurrences registriert: Osteichthyes indet. (Ganoid-Schuppen und Zähne), Theropoda indet. (5 Zähne), Saurischia indet. (MBLUZ P1443) sowie unbestimmte Dinosauria, Archosauria und Reptilia. Das gesamte Material wird am Museo de Biología de la Universidad del Zulia (MBLUZ) in Maracaibo aufbewahrt.
Forschungsgeschichte
Zwischen 1992 und 1994 wird am Rio La Grita Material mehrerer Individuen gesammelt, das die spätere Erstbeschreibung ermöglicht.
Barrett, Butler, Mundil, Scheyer, Irmis & Sánchez-Villagra beschreiben Laquintasaura venezuelae in Proc. R. Soc. B 281: 20141147 als basalen Ornithischier aus dem Hettangium – und liefern damit neue Constraints für die frühe Dinosaurier-Diversifikation in niedrigen Paläobreitengraden.
Dieudonné, Cruzado-Caballero, Godefroit & Tortosa (Historical Biology 33(10): 2335–2355) bestätigen in einer Cerapoda-Phylogenie die Einordnung von Laquintasaura als basales Ornithischia ohne engere Familienzugehörigkeit.
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