Gasparinisaura cincosaltensis
Ein basaler Ornithopode aus dem Campanium Patagoniens mit einer der komplexesten Klassifikationsgeschichten unter den südamerikanischen Dinosauriern — 51 taxonomische Meinungen in der PBDB dokumentieren drei Jahrzehnte Debatte.
„Gasparinis Echse aus Cinco Saltos“
Parksosauridae
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Gasparinisaura cincosaltensis wurde 1996 von Coria & Salgado als basaler Iguanodontier aus der Anacleto-Formation (Neuquén-Gruppe) Patagoniens erstbeschrieben (ref:13112). Der Gattungsname ehrt die argentinische Paläontologin Zulma Gasparini, der Artname verweist auf die Stadt Cinco Saltos in der Provinz Río Negro, in deren Umgebung alle drei bekannten Fundstellen liegen. Die PBDB führt Gasparinisaura heute unter den Parksosauridae (txn:427246) — doch der Weg dorthin war alles andere als gradlinig.
Taxonomie und Klassifikationsgeschichte
Mit 51 taxonomischen Opinions (16 auf Gattungs-, 35 auf Artebene) gehört Gasparinisaura zu den am intensivsten diskutierten Ornithopoden der PBDB. Die Klassifikationsgeschichte liest sich wie ein Lehrstück zur Instabilität basaler Ornithopoden-Systematik: Coria & Salgado (1996, ref:13112) ordneten das Tier den Euiguanodontia zu — eine Einordnung, die von Coria (1999, ref:13111), Coria & Calvo (2002, ref:14275) und Novas et al. (2004, ref:14274) bestätigt wurde. Parallel dazu platzierten Sereno (1997, ref:16704) Gasparinisaura bei den Iguanodontia und Norman et al. (2004, ref:18905) bei den Euornithopoda.
Ein markanter Wendepunkt kam mit Buchholz (2002, ref:73984), der Gasparinisaura erstmals den Parksosauridae zuordnete — eine Einschätzung, die zu diesem Zeitpunkt nicht breit akzeptiert wurde. Butler et al. (2008, ref:30047) und Han et al. (2012, ref:43694) platzierten das Tier wieder bei Ornithopoda im weiteren Sinne. Erst ab 2018 gewannen alternative Positionen an Boden: Madzia et al. (ref:66120) und Herne et al. (2019, ref:75855) ordneten Gasparinisaura den Elasmaria zu, während Dieudonné et al. (2020, ref:73943) die Parksosauridae-Zuordnung wieder aufgriffen. Die aktuelle PBDB-Klassifikation folgt Dieudonné et al. und führt Gasparinisaura als Parksosauridae.
Die Ecospace-Kodierung (terrestrisch, aktiv mobil, bodenbewohnend, gregarious, herbivor, ovipar) wird vom übergeordneten Taxon vererbt. Die PBDB führt Gasparinisaura unter Ornithischia ohne explizite Ordnungszuweisung (NO_ORDER_SPECIFIED).
Verbreitung und Fundorte
Alle drei Collections liegen in der Anacleto-Formation (Neuquén-Gruppe) bei Cinco Saltos, Provinz Río Negro, Argentinien, und datieren ins frühe bis mittlere Campanium (83,6–72,2 Ma). Die Typuslokalität col:52437 ("facies 2") repräsentiert eine Überschwemmungsebene (env=floodplain) mit karbonhaltigem Mudstone und konglomeratischem Sandstein. Col:67094 ("facies 1") wurde in einer grobkörnigen Rinnenfüllung (env=coarse channel fill) abgelagert und ist mit 5 assoziierten Taxa die reichste Fundstelle: Saltasaurinae (Titanosaurier), Testudines (Schildkröten), Crocodylia (Krokodile), Dinilysia (eine kreidezeitliche Schlange) und Osteichthyes (Knochenfische) dokumentieren ein vielfältiges Fluss- und Überschwemmungsebenen-Ökosystem. Col:82494 nordöstlich von Cinco Saltos enthält schlecht lithifizierten Sandstein in einem nicht näher bestimmten terrestrischen Milieu.
Forschungsgeschichte
Entdecke den Saltasaurus — einen gepanzerten Titanosaurier, dessen Verwandte (Saltasaurinae) am selben Fundort wie Gasparinisaura dokumentiert sind.
Zum SaltasaurusHäufig gestellte Fragen zu Gasparinisaura cincosaltensis
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