Daurosaurus olovus
Ein 2014 aus dem Bathonium Transbaikaliens beschriebener Hypsilophodontide, dessen Eigenständigkeit gegenüber Kulindadromeus zabaikalicus umstritten ist — die PBDB verzeichnet sowohl eine Synonymie-Opinion als auch eine Nomen-dubium-Einstufung.
„Echse der Dauren“
Hypsilophodontidae
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Daurosaurus olovus wurde 2014 von Alifanov & Saveliev aus der Ukureyskaya-Formation (oberes Member) in Transbaikalien beschrieben (ref:67730). Der Gattungsname verweist auf die Dauren, eine tungusische Ethnie der Region. Das Material stammt aus der Fundstelle Kulinda (Trench 3, col:159014) — derselben Lokalität, die auch den international bekannten Kulindadromeus zabaikalicus lieferte, einen der ältesten Dinosaurier mit nachgewiesenen federartigen Strukturen (Godefroit et al. 2014, ref:52036).
Taxonomie und Synonymie-Debatte
Die 8 taxonomischen Opinions (4 auf Gattungs-, 4 auf Artebene) zeigen ein gespaltenes Bild. Die Autoren der Erstbeschreibung — Alifanov & Saveliev (2014, ref:67730) und in Folgearbeiten Saveliev & Alifanov (2016, ref:66467) sowie Alifanov (2018, ref:68003) — halten Daurosaurus konsequent für einen eigenständigen Hypsilophodontiden. Dem steht die Einschätzung von Cincotta et al. (2019, ref:92560) gegenüber, die Daurosaurus auf Gattungsebene als subjektives Synonym von Kulindadromeus einstufen und auf Artebene als nomen dubium (zweifelhafter Name) bewerten. Da beide Taxa aus derselben Fundstelle stammen, ist die Frage berechtigt, ob die diagnostischen Merkmale ausreichen, um zwei getrennte Gattungen zu rechtfertigen.
Die PBDB führt Daurosaurus aktuell unter den Hypsilophodontidae (txn:38734), einer traditionellen Familie, die in der modernen Systematik häufig als paraphyletisch betrachtet wird. Die Ecospace-Kodierung (terrestrisch, herbivor, gregarious, ovipar) wird vom übergeordneten Taxon vererbt und ist nicht unabhängig für Daurosaurus verifiziert.
Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen der Collection-Primärreferenz und der Occurrence-Referenz: Col:159014 wird von ref:52036 (Godefroit et al. 2014 in Science) referenziert — der Kulindadromeus-Erstbeschreibung —, während die Daurosaurus-Occurrence (occ:1429197) auf ref:67730 (Alifanov & Saveliev 2014) verweist. Eine weitere wichtige Referenz ist Sinitsa (2016, ref:86476), die als Basis für den Großteil der Occurrences in der Kulinda-Collection dient.
Verbreitung und Fundorte
Das Fossil stammt aus col:159014 (Kulinda, Trench 3; aka „bonebed 3, Late Kulinda Assemblage") in der Ukureyskaya-Formation (oberes Member), Region Transbaikalien (Zabaykal'ye), Russland. Die Fundstelle datiert ins späte Bathonium (168,2–165,3 Ma) und repräsentiert ein großes Seesystem (env=lacustrine - large). Die Lithologie besteht aus Siltstein und lithifiziertem Claystone. Die Paläokoordinaten (63,83° N / 113,52° E) zeigen eine deutlich nördlichere Position als heute. Die Collection ist mit 18 Occurrences und 17 assoziierten Taxa eine der reichsten mitteljurassischen Fundstellen Russlands. Neben Daurosaurus und [[dino:kulindadromeus|Kulindadromeus]] zabaikalicus sind die Ornithischier [[dino:kulindapteryx|Kulindapteryx]] ukureica und Lepidocheirosaurus natatilis dokumentiert, dazu Allosauridae, diverse Pflanzen (Hepaticites, Schizolepis, Czekanowskia), Krebstiere (Palaeoleptestheria, Daurina, Lepidurus) und Insektenlarven (Terrindusia).
Forschungsgeschichte
Entdecke den Vectidromeus — einen weiteren Hypsilophodontiden, der 2024 auf der Isle of Wight beschrieben wurde.
Zum VectidromeusHäufig gestellte Fragen zu Daurosaurus olovus
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