Dakotadon lakotaensis
Von Iguanodon lakotaensis zu Dakotadon – eine fast 20-jährige taxonomische Reise durch 26 Opinions
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Wenige Dinosaurier illustrieren die Komplexität taxonomischer Zuordnungen so anschaulich wie Dakotadon lakotaensis. 1989 als nordamerikanische Iguanodon-Art beschrieben, 2001 von manchen als Synonym von Iguanodon bernissartensis betrachtet, 2008 schließlich als eigene Gattung anerkannt – die Geschichte dieses Styracosterna aus South Dakota liest sich wie ein Lehrstück über die Schwierigkeit, Iguanodonten-Verwandtschaften zu entschlüsseln.
Taxonomie und Rekombinationsgeschichte
Dakotadon lakotaensis wurde ursprünglich von Weishampel und Bjork (1989) als „Iguanodon lakotaensis" im Journal of Vertebrate Paleontology beschrieben (Band 9, Nr. 1, doi:10.1080/02724634.1989.10011738). Die Arbeit trug den bezeichnenden Titel „The first indisputable remains of Iguanodon from North America" – ein Anspruch, der fast zwei Jahrzehnte Bestand haben sollte. Erst 2008 überführte Gregory S. Paul das Taxon in die neue Gattung Dakotadon (Cretaceous Research 29(2), doi:10.1016/j.cretres.2007.04.009). In der PBDB spiegelt sich diese Rekombination in der Klammersetzung der Species-Authority wider: „(Weishampel and Bjork 1989)" – die Klammern kennzeichnen, dass die Art nicht mehr in ihrer Originalgattung steht.
Die PBDB verzeichnet insgesamt 26 Opinions zu Dakotadon: 4 auf Gattungsebene und 22 auf Artebene. Die Gattungs-Opinions ordnen Dakotadon übereinstimmend den Styracosterna zu (Paul 2008, McDonald et al. 2010 in zwei Publikationen, Verdú et al. 2021). Die 22 Art-Opinions zerfallen in zwei Gruppen: 12 unter dem Originalnamen „Iguanodon lakotaensis" (1989–2003) und 10 unter „Dakotadon lakotaensis" (2008–2022). Die zeitliche Bruchlinie verläuft exakt entlang der Paulʼschen Rekombination von 2008.
Innerhalb der Iguanodon-Phase ist besonders bemerkenswert, dass zwei unabhängige Studien – Naish und Martill (2001) sowie Ruiz-Omeñaca und Canudo (2003) – I. lakotaensis als subjektives Synonym von Iguanodon bernissartensis einstuften. Diese Position konnte sich jedoch nicht durchsetzen: Bereits Paul (2008) trennte das Taxon nicht nur von I. bernissartensis, sondern gleich aus der gesamten Gattung Iguanodon heraus. Die nachfolgenden 10 Opinions unter dem Namen Dakotadon bestätigen diese Eigenständigkeit durchweg, darunter Arbeiten internationaler Teams von Spanien (Pereda Suberbiola & Ruiz-Omeñaca 2013, Fuentes Vidarte et al. 2016) über China (Zheng et al. 2013) bis Argentinien (Ibiricu et al. 2019).
Verbreitung und Fundorte
Dakotadon stammt von der Fundstelle „near Whitewood, SDSM V751" in Lawrence County, South Dakota, USA (44,47°N, 103,62°W). Die Ablagerungen gehören zum Chilson Member der Lakota Formation und werden dem Valanginium zugeordnet (137,05–132,6 Mio. Jahre). Die PBDB klassifiziert die Umgebung als „terrestrial indet." – ein nicht näher bestimmter Landlebensraum. Die Lithologie ist als „not reported" verzeichnet. Mit nur einem einzigen dokumentierten Taxon (noc=1) ist die Fundstelle paläontologisch unauffällig – ihre Bedeutung liegt allein in dem taxonomisch vieldiskutierten Dakotadon-Fund.
Forschungsgeschichte
Weishampel und Bjork publizieren „The first indisputable remains of Iguanodon from North America" im Journal of Vertebrate Paleontology 9(1). Das Taxon wird als Iguanodon lakotaensis aus dem Chilson Member der Lakota Formation, South Dakota, beschrieben.
Gregory S. Paul überführt Iguanodon lakotaensis in die neue Gattung Dakotadon (Cretaceous Research 29(2)). Die PBDB dokumentiert die Rekombination durch die Klammern in der Species-Authority: „(Weishampel and Bjork 1989)".
Verwandte Styracosterna
Dakotadon gehört zu den Styracosterna – derselben Gruppe wie Hippodraco aus Utah. Beide lebten im Valanginium und wurden in ähnlichen Gesteinsschichten des westlichen Nordamerikas gefunden.
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