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SteckbriefHerbivor

Psittacosaurus

Mit 9 validen Arten und 62 registrierten Fundstellen eine der am besten dokumentierten Dinosaurier-Gattungen der Frühen Kreide

Papageien-Echse (griech. psittakos = Papagei, sauros = Echse)

Ornithischia · Psittacosauridae

Dieser Steckbrief zeigt die gesicherten Fakten. Entdecke Dinosaurier mit ausführlichen Profilen

Als Henry Fairfield Osborn 1923 in den American Museum Novitates (95: 1–10) die Gattung Psittacosaurus beschrieb, ahnte er vermutlich nicht, welche taxonomische Vielfalt sich hinter diesem Namen verbergen würde. Heute umfasst die „Papageien-Echse" in der Paleobiology Database 9 valide Arten und 2 Nomina dubia, verteilt auf 62 Collections mit 70 Occurrences – eine der umfangreichsten Datensätze für einen frühkreidezeitlichen Dinosaurier überhaupt.

Mit 9 validen Arten und 62 registrierten Fundstellen eine der am besten dokumentierten Dinosaurier-Gattungen der Frühen Kreide
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PBDB-Collections
Stand März 2026, verteilt auf 4 Länder und 21 Formationen
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PBDB-Occurrences
14 davon P. mongoliensis – die häufigste Art
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valide Arten
Plus 2 Nomina dubia (P. ordosensis, P. mazongshanensis)
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Kernzeitraum
Barremium bis Aptium; Gesamtspanne 137–100,5 Ma
TAXONOMIE

Taxonomie & Systematik

Psittacosaurus gehört zur Ordnung Ornithischia, Unterordnung Ceratopsia, Familie Psittacosauridae (PBDB txn:53084). Die Typusart P. mongoliensis wurde 1923 von Osborn anhand von Material beschrieben, das die AMNH Central Asiatic Expeditions 1922 bei Artsa Bogdo in der Öösh-Formation der Mongolei geborgen hatten. Der ursprünglich gleichzeitig aufgestellte Name Protiguanodon mongoliense (Osborn 1923) gilt heute als Synonym.

Die 9 derzeit als valide anerkannten Arten (PBDB-Stand März 2026) sind: P. mongoliensis (Osborn 1923, 14 Occurrences – die mit Abstand häufigste Art), P. sinensis (Young 1958, 3 Occ.), P. meileyingensis (Sereno et al. 1988, 3 Occ.), P. xinjiangensis (Sereno & Chao 1988, 2 Occ.), P. neimongoliensis (Russell & Zhao 1996, 2 Occ.), P. sibiricus (Voronkevich & Averianov 2000, 2 Occ.), P. lujiatunensis (Zhou et al. 2006, 5 Occ.), P. gobiensis (Sereno et al. 2010, 1 Occ.) und P. amitabha (Napoli et al. 2019, 1 Occ.). Hinzu kommen die Nomina dubia P. ordosensis (Russell & Zhao 1996) und P. mazongshanensis (Xu 1997). Bemerkenswert ist, dass P. lujiatunensis in der PBDB die Synonyme P. houi (You et al. 2003) und P. major (Sereno et al. 2007) umfasst – eine Zuordnung, die in der Fachliteratur allerdings nicht universell akzeptiert wird.

Die geographische Verbreitung der 62 PBDB-Collections erstreckt sich über vier Länder und etwa 40 Breitengrade: China dominiert mit 39 Fundstellen in sechs Provinzen (Liaoning, Nei Mongol, Xinjiang, Gansu, Shandong, Ningxia), gefolgt von der Mongolei (16 Collections in den Provinzen Ovorkhangai, Dornogov und Bayankhongor), Russland (6 Collections in Kemerovo und Krasnoyarsk, alle in der Ilek-Formation) sowie Thailand (2 Collections in der Khok Kruat Formation, Khon Kaen). Die Thailand-Funde bei rund 16°N markieren den südlichsten bekannten Fundpunkt und erweitern die Verbreitung der Gattung erheblich über das klassische ostasiatische Kerngebiet hinaus – sie sind allerdings nur auf Gattungsebene bestimmt (Psittacosaurus sp.).

Stratigraphisch umspannen die PBDB-Einträge formal das Intervall Valanginium bis Albium (137,05–100,5 Ma), wobei der Schwerpunkt der Funde im Barremium bis Aptium (~126–113 Ma) liegt. Die 21 verschiedenen Formationen in der PBDB – von der Yixian-Formation (11 Collections) und Ilek-Formation (6 Collections) bis zu einzeln vertretenen Einheiten wie der Andaikhudag- oder der Ulan-Argalant- Formation – spiegeln sowohl die reale Verbreitung als auch unterschiedliche Datierungsgenauigkeiten wider. Einige PBDB-Einträge sind mit Vorsicht zu interpretieren: Col:62323 (Ningxia) ist als „Late Cretaceous" datiert, was außerhalb des bekannten Psittacosaurus-Zeitfensters liegt und auf eine mögliche Fehlzuweisung hindeutet. Col:69914 (Bakhar, Mongolei) trägt die extrem breite Datierung „Late Jurassic – Early Cretaceous" (161,5–100,5 Ma), und bei Col:59358 (Titem Suwraga) ist ein negativer Längengrad (-102,48°) verzeichnet, der für die Mongolei unplausibel ist und einen PBDB-Datenfehler darstellt.

Als lebende Datenbank unterliegt die PBDB ständigen Aktualisierungen. Die hier genannten Zahlen (62 Collections, 70 Occurrences) beziehen sich auf den Abruf vom 10. März 2026 und können sich jederzeit ändern.

FUNDORTE

Verbreitung und Fundorte

Die 62 PBDB-Collections verteilen sich auf China (39), Mongolei (16), Russland (6) und Thailand (2). Der Breitengrad reicht von 16,23°N (Thailand, Khok Kruat Fm.) bis 56,53°N (Russland, Krasnoyarsk, Ilek Fm.). Die wichtigsten Fundkonzentrationen liegen in der Yixian-Formation (Liaoning, 11 Collections), der Öösh-Formation (Mongolei, 5 Collections) und der Ilek-Formation (Russland, 6 Collections).

Fundort
ENTDECKUNG

Forschungsgeschichte

1922

Erste Funde

Die AMNH Central Asiatic Expeditions bergen bei Artsa Bogdo (Öösh-Formation, Mongolei) das Material, das die Grundlage für die Erstbeschreibung von Psittacosaurus mongoliensis bilden wird.

1923

Erstbeschreibung

Henry Fairfield Osborn (1923, American Museum Novitates 95: 1–10) beschreibt Psittacosaurus mongoliensis. Gleichzeitig stellt er den Namen Protiguanodon mongoliense auf, der heute als Synonym gilt.

1958

Zweite Art aus China

Young (1958) beschreibt P. sinensis aus China – die zweite valide Art. Damit wird klar, dass Psittacosaurus eine artenreiche Gattung ist.

1988

Zwei weitere Arten

Sereno et al. (1988) beschreiben P. meileyingensis, Sereno & Chao (1988) P. xinjiangensis. Mit nun vier Arten wird die taxonomische Vielfalt der Gattung zunehmend deutlich.

2000

Sibirien-Fund

Voronkevich & Averianov (2000) beschreiben P. sibiricus aus der Ilek-Formation (Kemerovo/Krasnoyarsk, Sibirien). Die 6 PBDB-Collections dieser Formation markieren die nördlichste Verbreitung der Gattung (~56°N).

2006

Lujiatun-Art

Zhou et al. (2006) beschreiben P. lujiatunensis aus der Yixian-Formation (Liaoning). In der PBDB werden P. houi (You et al. 2003) und P. major (Sereno et al. 2007) als Synonyme geführt – eine Zuordnung, die in der Fachliteratur nicht universell akzeptiert wird. Mit 5 Occurrences ist P. lujiatunensis die am zweithäufigsten nachgewiesene Art.

2019

Neueste Art

Napoli et al. (2019) beschreiben P. amitabha aus der Andaikhudag-Formation (Mongolei) – die bislang jüngste valide Art. Damit umfasst die Gattung 9 anerkannte Arten plus 2 Nomina dubia.

2026

PBDB-Stand heute

Stand März 2026 verzeichnet die PBDB 62 Collections mit 70 Occurrences in 21 Formationen über 4 Länder. Als lebende Datenbank können sich diese Zahlen jederzeit ändern. Bekannte Datierungsprobleme (Col:62323 Late Cretaceous; Col:69914 extrem breite Datierung; Col:59358 negativer Längengrad) sind dokumentiert.

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Häufig gestellte Fragen zu Psittacosaurus

Der Name leitet sich von griechisch „psittakos" (Papagei) und „sauros" (Echse) ab. Osborn wählte den Namen 1923 wegen des auffälligen, papageienartigen Schnabels, der für die Ceratopsia typisch ist.

Die Arten werden hauptsächlich anhand von Schädelmerkmalen, Proportionen und geographischer Herkunft unterschieden. P. sibiricus stammt aus Sibirien (Ilek-Formation), P. amitabha aus der mongolischen Andaikhudag-Formation. Die genaue Abgrenzung einiger Arten ist in der Forschung umstritten – so werden P. houi und P. major in der PBDB als Synonyme von P. lujiatunensis geführt, was jedoch nicht alle Forschenden teilen.

Psittacosaurus lebte über einen langen Zeitraum (mindestens 25 Millionen Jahre im Kernzeitraum Barremium–Aptium) in einem großen Gebiet und war vermutlich ein häufiger Pflanzenfresser. Zudem sind einige seiner Fundformationen – insbesondere die Yixian-Formation in Liaoning – für ihre außergewöhnlich gute Fossilerhaltung bekannt, was die Fundhäufigkeit zusätzlich begünstigt.

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