Populationsbiologie: Die einzige Dinosaurier-Lebenstafel
Die herausragendste Leistung der Albertosaurus-Forschung ist die quantitative Lebenstafel von Erickson, Currie, Inouye & Winn (2010, Canadian Journal of Earth Sciences 47(9): 1269–1275). Basierend auf LAG-Zählung (Lines of Arrested Growth) an den Knochen der Dry-Island-Population erstellten sie die erste – und bisher einzige – Überlebenskurve eines nicht-avischen Dinosauriers.
Die Ergebnisse: Die jährliche Mortalität betrug 3,47% zwischen 2 und 13 Jahren – eine bemerkenswert niedrige Rate, vergleichbar mit großen modernen Säugetieren. Ab ~13 Jahren stieg die Sterblichkeit auf 19,5% pro Jahr, vermutlich ausgelöst durch die physiologischen Kosten der Reproduktion. Die mittlere Lebenserwartung ab 2 Jahren betrug 15,19 Jahre; die Kohortenextinktion trat nach 28 Jahren ein.
Diese Daten sind einzigartig in der Paläontologie. Allerdings ist zu beachten, dass die Stichprobe aus einem einzigen Massensterbeereignis stammt, was zu systematischen Verzerrungen führen kann – etwa wenn bestimmte Altersklassen bevorzugt in der Todesfalle landeten.