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dinos.life
Deinocheirus mirificus

Deinocheirus mirificus

Der geheimnisvolle Riese mit den schrecklichen Händen

Ein 50 Jahre langes Rätsel

Stell dir vor: Im Jahr 1965 finden Forscher in der mongolischen Wüste ein Paar gigantische Arme – 2,4 Meter lang, mit gewaltigen Krallen. Aber vom Rest des Tieres fehlt jede Spur. Fast 50 Jahre lang wusste niemand, wie der Dinosaurier zu diesen unglaublichen Armen eigentlich aussah!

Erst 2014 konnte ein Forscherteam um Yuong-Nam Lee das Geheimnis endlich lüften: Deinocheirus war ein 11 Meter langer, 6,4 Tonnen schwerer Gigant mit Entenschnabel, Kamelbuckel und über 1.400 Steinen im Magen. Nichts, was irgendjemand erwartet hätte.

Der Name „Deinocheirus mirificus" bedeutet übersetzt „ungewöhnliche schreckliche Hand" – und passender könnte er kaum sein.

Der geheimnisvolle Riese mit den schrecklichen Händen
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Länge
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Gewicht
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Armlänge
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Magensteine
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Anatomie – Gebaut zum Jagen

Riesenarme & Krallen

Die Arme von Deinocheirus waren 2,4 Meter lang – die längsten aller bekannten zweibeinigen Dinosaurier. An jeder der drei Finger saß eine gebogene Kralle, die größte davon 19,6 cm lang. Trotz ihrer Größe waren die Arme aber nicht besonders kräftig gebaut.

Entenschnabel ohne Zähne

Der Schädel war 95 cm lang und komplett zahnlos. Vorne saß ein breiter, abgeflachter Schnabel – 25 cm breit, fast wie bei einer riesigen Ente. Damit konnte Deinocheirus Pflanzen und kleine Tiere vom Boden aufsammeln.

Der mysteriöse Buckel

Auf dem Rücken hatte Deinocheirus stark verlängerte Wirbelfortsätze (Dornfortsätze genannt). Diese waren 8,5-mal so hoch wie der Wirbelkörper selbst und bildeten einen auffälligen Buckel – ähnlich wie bei einem Bison. Wozu genau er diente, ist noch unklar.

Pygostyl – ein Entenschwanz

Am Schwanzende besaß Deinocheirus verschmolzene Schwanzwirbel, ein sogenanntes Pygostyl. Das kennt man sonst nur von Vögeln und einigen Oviraptorsauriern. Möglicherweise trug er dort einen Federfächer zur Schau.

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Größenvergleich

Erwachsener Mensch
Afrikanischer Elefant
Deinocheirus
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Leben und Verhalten

Ernährung: Der Allesfresser

Deinocheirus war ein Megaomnivore – ein riesiger Allesfresser. In seinem Magen fanden Forscher über 1.400 Gastrolithen (Magensteine) mit einem Gesamtgewicht von rund 1,4 kg. Diese Steine halfen beim Zerkleinern pflanzlicher Nahrung.

Aber das ist nicht alles: Zwischen den Magensteinen lagen auch Fischreste und Schuppen. Deinocheirus fraß also sowohl Pflanzen als auch Fische – vermutlich an Flussufern und Seen.

Megaomnivore

Fortpflanzung

Wie alle Dinosaurier legte Deinocheirus Eier. Da er zu den Ornithomimosauriern gehört – einer Gruppe, die mit Vögeln verwandt ist – hatte er wahrscheinlich ein Brutverhalten ähnlich wie bei heutigen Laufvögeln.

Über die genaue Größe der Eier und die Brutzeit ist allerdings noch nichts bekannt.

Eierlegend

Lebenserwartung

Zur Lebenserwartung von Deinocheirus gibt es bisher keine gesicherten Daten. Das Holotyp-Exemplar war zum Zeitpunkt seines Todes ausgewachsen, aber genaue Altersbestimmungen fehlen.

Bei verwandten Ornithomimosauriern geht man von mehreren Jahrzehnten aus, aber eine direkte Übertragung ist bei einem 6-Tonnen-Tier schwierig.

Unbekannt

Lebensraum

Deinocheirus lebte vor etwa 71–69 Millionen Jahren in der heutigen Mongolei, in einer Landschaft mit Flüssen und Seen. Die Nemegt-Formation zeigt ein feuchteres Klima als andere mongolische Fundstellen.

Sein Lebensraum war auch die Heimat von Tarbosaurus – einem großen Raubsaurier. Tatsächlich fand man Tarbosaurus-Bissspuren am Holotyp von Deinocheirus!

Mongolei, Oberkreide
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Fundorte

Fundort
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Die Geschichte der Entdeckung

-71

Lebenszeit

Deinocheirus lebt in einer feuchten Fluss- und Seenlandschaft in der heutigen Mongolei.

1965

Erstfund

Eine polnisch-mongolische Expedition entdeckt in der Wüste Gobi ein Paar riesige Arme mit Schultergürtel – 2,4 Meter lang.

1970

Benennung

Halszka Osmólska und Ewa Roniewicz geben dem Tier seinen Namen: Deinocheirus mirificus – die ungewöhnliche schreckliche Hand.

1972

Klassifikation

Forscher erkennen, dass Deinocheirus zu den Ornithomimosauriern gehört – einer Gruppe vogelähnlicher Dinosaurier.

2009

Neues Skelett

Ein Forscherteam um Yuong-Nam Lee findet in der Mongolei ein fast vollständiges Skelett – aber Kopf und Hände fehlen, weil Diebe sie gestohlen hatten.

2011

Zweites Skelett

Ein zweites Skelett wird gefunden. Zusammen mit dem ersten kann man endlich den ganzen Körper rekonstruieren.

2014

Nature-Publikation

Die gestohlenen Knochen werden an die Mongolei zurückgegeben. Im selben Jahr erscheint die vollständige Beschreibung in der berühmten Zeitschrift Nature.

2023

Gastrolithen-Studie

Neue Untersuchungen der Magensteine zeigen, dass Deinocheirus sie tatsächlich aktiv zur Verdauung nutzte.

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