
Centrosaurus apertus
Der Herdenriese mit dem gebogenen Nasenhorn
Tausende Knochen erzählen eine Geschichte
Stell dir vor: Tausende Dinosaurier ziehen gemeinsam durch die Ebenen des heutigen Kanada. Plötzlich bricht eine Flut herein. Was klingt wie ein Katastrophenfilm, ist für Centrosaurus durch riesige Knochenlager belegt – sogenannte Bonebeds.
Centrosaurus apertus war ein etwa 6 Meter langer Pflanzenfresser mit einem markanten gebogenen Nasenhorn und einem ausladenden Nackenschild. Er gehört zur Familie der Ceratopsidae und zur Unterfamilie Centrosaurinae. Mit 56 bekannten Fundstellen und 329 wissenschaftlichen Einordnungen ist er einer der am besten dokumentierten Ceratopsier überhaupt.
Besonders berühmt: Das Hilda Mega-Bonebed in Alberta – das größte bekannte Dinosaurier-Knochenlager der Welt. Hier fanden Forscher die Überreste von hunderten Centrosaurus auf einer Fläche von 2,3 km². Ein eindrucksvoller Beweis, dass diese Tiere in riesigen Herden lebten.
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Nasenhorn
Das Nasenhorn von Centrosaurus war gebogen und veränderte seine Form im Laufe des Lebens: Bei Jungtieren war es nach hinten gekrümmt (recurved), bei Erwachsenen richtete es sich auf und krümmte sich schließlich nach vorne (procurved). Diese Veränderung nennen Forscher ontogenetischen Wandel.
Nackenschild
Der Nackenschild (Frill) besaß zwei typische Öffnungen und war mit kleinen Hornchen am Rand verziert. Er diente wahrscheinlich zur Erkennung innerhalb der Art und zur Schaustellung – ähnlich wie das Geweih bei heutigen Hirschen.
Schnabel und Zähne
Wie alle Ceratopsier hatte Centrosaurus einen scharfen, papageienartigen Schnabel zum Abschneiden von Pflanzen. Dahinter saßen Zahnbatterien – dicht gepackte Zahnreihen, die ständig nachwuchsen und harte Vegetation zermahlten.
Körperbau
Centrosaurus wurde etwa 6 Meter lang und wog rund 2–2,5 Tonnen – vergleichbar mit einem großen Nashorn. Er lief auf vier kräftigen Beinen, wobei die Hinterbeine etwas länger waren als die Vorderbeine.

Größenvergleich
Leben und Verhalten
Fortpflanzung
Centrosaurus legte wie alle Ceratopsier Eier. Das Horn und der Nackenschild spielten vermutlich eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl.
Die ontogenetische Veränderung des Nasenhorns – von rückwärts gekrümmt zu vorwärts gebogen – half möglicherweise, das Alter und die Reife eines Tieres zu signalisieren.
EierlegendLebenserwartung
Die genaue Lebenserwartung ist nicht bekannt. Knochenanalysen verwandter Ceratopsier deuten auf ein Alter von 20–30 Jahren hin.
Bemerkenswert: Bei einem Centrosaurus-Exemplar wurde ein Knochentumor (Osteosarkom) nachgewiesen – die erste mit modernen Methoden bestätigte Krebsdiagnose bei einem Dinosaurier (Ekhtiari et al. 2020).
KrebsdiagnoseSozialverhalten
Die massiven Bonebeds – besonders das Hilda Mega-Bonebed mit hunderten Individuen auf 2,3 km² – sind der stärkste Beweis für Herdenverhalten bei Dinosauriern überhaupt.
Die Tiere kamen vermutlich bei Überschwemmungen bei Flussüberquerungen ums Leben – ähnlich wie heutige Gnu-Herden bei der Überquerung des Mara-Flusses in Afrika.
Mega-HerdenLebensraum
Centrosaurus lebte vor etwa 76,5–75,5 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit (Campanium). Die meisten Funde stammen aus dem Dinosaur Park Formation in Alberta, Kanada.
Sein Lebensraum war eine subtropische Küstenebene mit Flüssen und Überschwemmungsgebieten – vergleichbar mit dem heutigen Mississippi-Delta, nur viel wärmer.
KüstenebeneFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
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