
Gallimimus
Der schnellste Riese unter den Vogel-Nachahmern
Ein Dinosaurier, der aussah wie ein riesiger Vogel
Stell dir einen Dinosaurier vor, der aussah wie ein überdimensionaler Strauß – nur 6 Meter lang und mit einem langen Schwanz. Das war Gallimimus, einer der größten Ornithomimosaurier (das bedeutet „Vogel-Nachahmer-Echsen"). Er lebte vor 72 bis 69 Millionen Jahren in der heutigen Mongolei.
Sein Name bedeutet „Hühner-Nachahmer", weil Forscher fanden, dass sein Schädel dem eines Huhns ähnelt. Gallimimus hatte keine Zähne – stattdessen einen scharfen Hornschnabel. Er konnte vermutlich zwischen 42 und 56 km/h schnell rennen und gehörte damit zu den schnellsten Dinosauriern überhaupt.
Besonders spannend: Gallimimus hatte Federn! Zumindest an den Armen trugen erwachsene Tiere richtige Konturfedern – ähnlich wie bei modernen Vögeln.
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Schädel & Schnabel
Der Schädel von Gallimimus war leicht und lang. Er hatte keine Zähne, sondern einen Keratinschnabel – das ist das gleiche Material wie in deinen Fingernägeln. An der Schädelbasis saß eine besondere Knochenblase (Bulla), die dem Tier seinen Namen gab: Sie erinnerte an die Form bei Hühnern.
Beine & Geschwindigkeit
Mit einer Hüfthöhe von 1,9 Metern hatte Gallimimus extrem lange Beine. Biomechanische Berechnungen ergaben Geschwindigkeiten von 42 bis 56 km/h. Zum Vergleich: Ein Strauß schafft bis zu 70 km/h, ein Mensch nur etwa 12 km/h. Gallimimus war also ein echtes Sprintwunder.
Federkleid
Lange dachte man, Gallimimus sei schuppig. Doch Funde am nahe verwandten Ornithomimus zeigten 2012: Erwachsene Tiere hatten richtige Konturfedern an den Armen, Jungtiere eher ein Daunenkleid. Diese Federn dienten wohl nicht zum Fliegen, sondern zur Wärmeregulierung oder als Signal.
Knochen voller Luft
Gallimimus hatte die höchste Skelett-Pneumatisierung (luftgefüllte Knochen) unter allen Ornithomimosauriern. Das machte ihn leichter als man bei 6 Metern Länge erwarten würde: nur rund 440 kg – weniger als ein Pferd!
Größenvergleich
Leben und Verhalten
Ernährung
Gallimimus war ein Allesfresser mit starkem Hang zu Pflanzen. Sein Hornschnabel konnte Pflanzenteile abzupfen, aber auch kleine Tiere und Insekten packen.
Eine frühere Theorie, dass er wie ein Flamingo Nahrung aus dem Wasser filterte, wurde 2005 widerlegt – sein Schnabel war dafür gar nicht geeignet.
AllesfresserFortpflanzung
Gallimimus legte Eier, wie alle Dinosaurier. Jungtiere hatten vermutlich ein flaumiges Daunenkleid, das sich erst bei erwachsenen Tieren zu Konturfedern an den Armen entwickelte.
Über die genaue Brutpflege ist wenig bekannt. Verwandte Arten wie Citipati zeigen aber, dass Theropoden auf ihren Nestern brüteten.
EierlegendSozialverhalten
An einer Fundstelle in der Mongolei wurden mehrere Gallimimus zusammen gefunden – ein Hinweis auf Herdenverhalten. Allerdings wurde diese Stelle durch illegale Grabungen beschädigt.
Viele schnelle Pflanzenfresser leben in Gruppen, weil das Schutz vor Raubtieren bietet. Auch Gallimimus könnte so gelebt haben.
Wahrscheinlich HerdentierLebensraum
Gallimimus lebte in der Nemegt-Formation in der heutigen Wüste Gobi (Mongolei). Vor 72–69 Millionen Jahren war das Gebiet allerdings eine fruchtbare Flusslandschaft.
Er teilte seinen Lebensraum mit berühmten Dinosauriern wie Tarbosaurus (einem Verwandten von T. rex) und dem gepanzerten Tarchia.
Gobi, MongoleiFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
Holotyp entdeckt
Während einer polnisch-mongolischen Expedition in der Wüste Gobi wird das erste Gallimimus-Skelett gefunden – unter Leitung der Forscherin Zofia Kielan-Jaworowska.
Erstbeschreibung
Halszka Osmólska, Ewa Roniewicz und Rinchen Barsbold beschreiben Gallimimus bullatus offiziell. Der Name bedeutet „Hühner-Nachahmer" – weil sein Schädel dem eines Huhns ähnelt.
Geschwindigkeit berechnet
Der Forscher Richard Thulborn berechnet anhand der Beinproportionen: Gallimimus konnte 42 bis 56 km/h schnell rennen – fast so schnell wie ein Strauß!
Gallimimus lebt
Gallimimus bullatus lebt in der heutigen Wüste Gobi – damals eine fruchtbare Flusslandschaft. Er teilt seinen Lebensraum mit Tarbosaurus und dem gepanzerten Tarchia.
Ornithomimosauria definiert
Der mongolische Forscher Rinchen Barsbold definiert die Ornithomimosauria als eigene Gruppe – die „Vogel-Nachahmer-Echsen", zu denen auch Gallimimus gehört.
Jurassic Park
Gallimimus wird im Film Jurassic Park weltberühmt – in einer Szene, in der eine Herde vor einem T. rex flüchtet. Allerdings: Im Film fehlen die Federn, die er in Wirklichkeit wahrscheinlich hatte.
Filtrier-Hypothese widerlegt
Paul Barrett widerlegt die Idee, dass Gallimimus wie ein Flamingo Nahrung aus dem Wasser filterte. Sein Schnabel war dafür einfach nicht geeignet.
Federn bei Verwandten
Bei Ornithomimus, einem nahen Verwandten aus Nordamerika, werden erstmals Federn nachgewiesen: Jungtiere hatten Flaum, Erwachsene richtige Armfedern. Gallimimus hatte sehr wahrscheinlich auch Federn.
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