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Edmontosaurus

Edmontosaurus

Der Entenschnabel-Gigant mit den meisten Überraschungen

Mehr als nur ein Entenschnabel

Edmontosaurus sah auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär aus – kein Horn, kein Segel, keine riesigen Krallen. Aber dieser Dinosaurier steckt voller Überraschungen! Er hatte über 1.000 Zähne, einen weichen Hahnenkamm auf dem Kopf, Hufe an den Hinterfüßen und eine Reihe fleischiger Stacheln auf dem Rücken. All das weiß man nur, weil von ihm mehr „Mumien" (Fossilien mit Hautabdrücken) gefunden wurden als von jedem anderen Dinosaurier.

Mit 12 Metern Länge und rund 5,6 Tonnen Gewicht war er so groß wie ein Reisebus und so schwer wie ein Afrikanischer Elefant. Er lebte in der allerletzten Phase der Dinosaurierzeit und war einer der häufigsten Pflanzenfresser neben Triceratops – bis zum großen Aussterben vor 66 Millionen Jahren.

Sein Verbreitungsgebiet reichte von Colorado bis Alaska! Manche Edmontosaurier lebten sogar in der Arktis und überstanden die dunklen Winter dort, statt nach Süden zu wandern.

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Anatomie – Gebaut zum Jagen

Über 1.000 Zähne

Edmontosaurus besaß das komplizierteste Gebiss aller Wirbeltiere! Hunderte kleine Zähne waren in sogenannten Zahnbatterien gestapelt – wie ein Förderband. Wenn ein Zahn abgenutzt war, schob sich von unten ein neuer nach. Forscher fanden sechs verschiedene Zahngewebetypen – mehr als bei Säugetieren (vier). Die Zähne arbeiteten wie Scheren und Mühlen gleichzeitig.

Hahnenkamm und Rückenstacheln

2014 fanden Forscher eine mumifizierte Edmontosaurus-Art mit einem weichen, fleischigen Kamm auf dem Kopf – wie bei einem Hahn! Am Knochen ist dieser Kamm unsichtbar. 2025 enthüllten zwei weitere Mumien eine Reihe fleischiger Stacheln entlang des Rückens. Das zeigt: Dinosaurier sahen ganz anders aus, als wir lange dachten.

Echte Hufe!

An den Hinterfüßen trug Edmontosaurus Hufe aus Keratin – die ältesten bekannten Hufe eines Landwirbeltiers! Diese Entdeckung gelang 2025 dank zweier neuer „Dinosaurier-Mumien" aus Wyoming. Auch die winzigen Körperschuppen überraschten: nur 1–4 mm groß, obwohl das Tier über 12 Meter lang war.

Entenschnabel

Der breite, flache Schnabel gab den Hadrosauriern ihren Spitznamen „Entenschnabel-Dinosaurier". Er bestand aus Keratin (wie Fingernägel) und ragte mindestens 8 cm über den Knochen hinaus. Damit riss Edmontosaurus nicht-selektiv Pflanzen ab. Sein Mageninhalt verriet, was er fraß: Nadelbaumzweige, Samen und Früchte.

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Größenvergleich

Kind (10 Jahre)
Afrikanischer Elefant
Edmontosaurus
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Leben und Verhalten

Beute von T. rex

Edmontosaurus und Tyrannosaurus lebten zur gleichen Zeit am gleichen Ort. 2026 wurde ein Edmontosaurus-Schädel veröffentlicht, in dem ein T.-rex-Zahn steckte! 23 mögliche Bissspuren am Schädel zeigen, wie gefährlich das Leben für einen Pflanzenfresser war.

Aber Edmontosaurus war kein leichtes Opfer: Er konnte wahrscheinlich schneller laufen als T. rex. Computersimulationen zeigten Geschwindigkeiten um die 45 km/h – so schnell wie ein galoppierendes Pferd. Allerdings basiert diese Schätzung auf einem jungen Tier und ist für Erwachsene unsicher.

Räuber und Beute

Vom Polarkreis bis Colorado

Kein Hadrosaurier hatte ein so riesiges Verbreitungsgebiet: von Colorado (~41° Nord) bis Alaska (~70° Nord)! In Alaska lebte Edmontosaurus am Polarkreis, wo es im Winter monatelang dunkel war.

Überraschung: Knochenuntersuchungen zeigten, dass die arktischen Edmontosaurier im Winter NICHT nach Süden wanderten, sondern in der Kälte und Dunkelheit blieben. Wie sie das überlebten, ist noch ein Rätsel.

Arktis-Bewohner

Dinosaurier-Mumien

Mindestens sechs Edmontosaurus-Mumien wurden gefunden – mehr als von jedem anderen Dinosaurier. Die erste entdeckte 1908 der Fossiliensammler Sternberg in Wyoming. Sie hatte noch fast zwei Drittel der Haut erhalten!

2025 enthüllten Forscher, dass die 'Haut' eigentlich ein hauchdünner Ton-Abdruck ist (weniger als 1 mm), der durch Bakterien entstand – kein echtes Gewebe. Sie nannten den Vorgang 'Clay Templating'.

6 Mumien bekannt

Namenschaos

Edmontosaurus hat eine wilde Namensgeschichte: Erst hieß er Claosaurus, dann Thespesius, Trachodon, Anatosaurus und Anatotitan. Erst 2011 wurde alles bereinigt – heute gibt es nur noch zwei Arten: E. regalis und E. annectens.

Sogar Fossilien aus Alaska, die 2015 als eigene Gattung 'Ugrunaaluk' beschrieben wurden, stellten sich 2020 als junge Edmontosaurier heraus!

5 falsche Namen
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Fundorte

Fundort
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Die Geschichte der Entdeckung

1908

Erste Dinosaurier-Mumie

Der Fossiliensammler Charles Sternberg findet in Wyoming eine sensationelle Entdeckung: ein Dinosaurier-Skelett mit fast zwei Dritteln der Haut noch erhalten! Es ist die erste Dinosaurier-Mumie der Welt.

1917

Lambe benennt E. regalis

Der Paläontologe Lawrence Lambe gibt dem Dinosaurier seinen heutigen Namen: Edmontosaurus regalis – die „königliche Echse aus Edmonton", benannt nach der Stadt in Alberta, Kanada.

2011

Taxonomie bereinigt

Endlich wird das Namenschaos gelöst! Die Forscher Campione und Evans zeigen, dass Anatosaurus und Anatotitan nur andere Namen für Edmontosaurus annectens waren. Ab jetzt gibt es nur noch zwei Arten.

2014

Fleischiger Hahnenkamm

Eine mumifizierte Edmontosaurus-Art enthüllt etwas Unerwartetes: einen weichen, fleischigen Kamm auf dem Kopf – wie bei einem Hahn! Am Knochen ist der Kamm komplett unsichtbar. Wer weiß, was andere Dinosaurier für Weichteile hatten?

2020

Ugrunaaluk wird Edmontosaurus

2015 beschrieben Forscher arktische Fossilien aus Alaska als neue Gattung „Ugrunaaluk". Jetzt zeigt sich: Es waren nur junge Edmontosaurier! Die angeblich einzigartigen Merkmale verschwinden beim Erwachsenwerden.

2025

Hufe, Stacheln und Mumien-Geheimnis

Zwei neue Mumien aus Wyoming offenbaren: Edmontosaurus hatte echte Hufe an den Hinterfüßen – die ältesten der Welt! Dazu fleischige Stacheln auf dem Rücken und winzige Schuppen von nur 1–4 mm. Außerdem wird enthüllt, wie die Mumien entstanden: durch Bakterien, die eine hauchdünne Ton-Schicht bildeten.

2026

T.-rex-Zahn im Schädel

Ein Edmontosaurus-Schädel aus Montana wird veröffentlicht, in dem noch ein T.-rex-Zahn steckt! 23 Bissspuren am Schädel zeigen, wie gefährlich das Leben neben dem größten Raubtier der Welt war.

2016

6 Zahngewebetypen entdeckt

Forscher entdecken, dass Edmontosaurus sechs verschiedene Zahngewebetypen besaß – mehr als Säugetiere! Seine Zahnbatterien funktionierten wie ein Förderband: ständig erneuert, über 1.000 Zähne gleichzeitig.

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