
Triceratops
Der gehörnte Gigant der späten Kreidezeit
Drei Hörner, ein Knochenschild und 800 Zähne
Der Triceratops ist einer der bekanntesten Dinosaurier aller Zeiten – und das nicht ohne Grund. Mit seinen drei Gesichtshörnern, dem gewaltigen Nackenschild und einem bis zu 2,5 Meter langen Schädel besaß er einen der größten Köpfe, die je ein Landtier hatte.
Triceratops lebte vor 68 bis 66 Millionen Jahren in der allerletzten Phase der Kreidezeit. Er war der häufigste Dinosaurier seiner Zeit: 40% aller Dinosaurierfunde aus der Hell Creek Formation in Montana gehören zu Triceratops. Sein größter Feind war der berüchtigte Tyrannosaurus rex – und es gibt Fossilien, die zeigen, dass die beiden tatsächlich gegeneinander kämpften.
Lustige Entdeckungsgeschichte: Die allerersten Triceratops-Hörner wurden 1887 für die Hörner eines riesigen Bisons gehalten! Erst zwei Jahre später erkannte der Paläontologe O.C. Marsh, dass es sich um einen Dinosaurier handelte.
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Der riesige Schädel
Der Schädel konnte bis zu 2,5 Meter lang werden – beim Rekord-Exemplar „Big John" sogar 2,62 Meter. Das ist fast ein Drittel der gesamten Körperlänge! Das massive Nackenschild (Frill) aus Knochen war bis zu 2 Meter breit und mit kleinen Knochenhöckern am Rand besetzt. Anders als bei den meisten verwandten Arten hatte Triceratops' Schild keine Löcher – er war komplett massiv.
Die drei Hörner
Zwei lange Überaugenhörner (je rund 1 Meter, bei Big John sogar 1,1 Meter) und ein kürzeres Nasenhorn (~30–45 cm Knochenkern) gaben dem Triceratops seinen Namen: „Dreihorn-Gesicht". Die Hörner bestanden aus Knochen mit einer Hornhülle darüber – sie waren also in Wirklichkeit noch länger und spitzer. Und sie waren nicht nur zur Schau: Man hat statistisch 10-mal mehr Verletzungen am Nackenschild gefunden als bei anderen Horndinosauriern – ein klarer Beweis für Hornkämpfe!
800 Zähne in Batterien
Triceratops hatte bis zu 800 Zähne, gestapelt in sogenannten Zahnbatterien: 36–40 Zahnreihen pro Kieferseite mit je 3–5 Zähnen übereinander. Abgenutzte Zähne wurden einfach abgestoßen und durch darunterliegende Ersatzzähne ersetzt. Jeder einzelne Zahn enthielt 5 verschiedene Gewebearten – mehr als bei jedem Säugetier (4 Gewebearten) oder jedem anderen Reptil (2 Gewebearten). Das erzeugte selbstschärfende Schneidkanten.
Papageienschnabel und Körperbau
Vorne im Maul saß ein zahnloser Hornschnabel, ähnlich einem Papagei – perfekt zum Abschneiden von Pflanzen. Der Körper war massiv: 8–9 Meter lang, rund 9 Tonnen schwer und mit einer Hüfthöhe von fast 3 Metern so hoch wie eine Zimmerdecke. Die Vorderbeine standen halb abgespreizt – ähnlich wie bei einem Nashorn, nicht aufrecht wie bei einem Elefanten.
Größenvergleich
Leben und Verhalten
Hornkämpfe und Verteidigung
Triceratops nutzte seine Hörner vor allem im Kampf gegen Artgenossen – das zeigen die vielen Verletzungen am Nackenschild. Das berühmteste Beispiel ist „Big John": Sein Nackenschild hat eine schlüssellochförmige Kampfwunde von 18 × 24 Zentimetern, die teilweise verheilt war.
Gegen T. rex half Frontalverteidigung: Man fand einen Triceratops-Überaugenhornknochen mit geheilten Bissmarken eines T. rex. Und das Fossil „Dueling Dinosaurs" zeigt einen Triceratops und einen T. rex, die offenbar im Kampf miteinander starben.
KampfverhaltenErnährung
Triceratops war ein reiner Pflanzenfresser. Mit dem scharfen Schnabel knipste er Pflanzen ab, die Zahnbatterien zerschnitten sie dann wie eine Schere. Seine extrem starke Kiefermuskulatur arbeitete wie ein Zweiter-Klasse-Hebel – ähnlich wie ein Nussknacker.
Er fraß vermutlich Farne, Palmfarne und niedrige Koniferen. Die selbstschärfenden Zähne konnten auch harte Pflanzenfasern durchschneiden.
PflanzenfresserHerdenverhalten
Triceratops war der mit Abstand häufigste Dinosaurier seiner Zeit – 40% aller Dinosaurierfunde in der Hell Creek Formation gehören zu ihm. Das deutet auf riesige Populationen hin.
Es gibt Fundstellen mit mehreren Triceratops zusammen und Fossilien von Baby- bis Erwachsenenalter in denselben Schichten. Ob Triceratops wirklich in organisierten Herden lebte, ist aber noch nicht sicher bewiesen.
Häufigster Dino seiner ZeitLebensraum
Triceratops lebte in den letzten 2 Millionen Jahren der Kreidezeit in Nordamerika – von Montana und Wyoming bis nach Kanada. Das Klima war subtropisch bis warm, mit flachen Küstenebenen und Flussauen.
Er teilte seinen Lebensraum mit Tyrannosaurus rex, dem Entenschnabelsaurier Edmontosaurus, dem Panzerdinosaurier Ankylosaurus und dem Dickschädeldinosaurier Pachycephalosaurus.
Späte KreidezeitFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
Triceratops erscheint
Vor etwa 68 Millionen Jahren lebte der Triceratops in Nordamerika. Er war der häufigste Dinosaurier seiner Zeit – fast jeder zweite Dinosaurierfund aus dieser Epoche gehört zu ihm.
Massenaussterben
Vor 66 Millionen Jahren schlug ein riesiger Asteroid auf der Erde ein. Der Triceratops gehörte zu den allerletzten Dinosauriern, die ausstarben – er lebte bis zum bitteren Ende.
Erstfund (als 'Bison')
1887 fand der Geologe George Lyman Cannon in Colorado riesige Hörner. Professor Marsh hielt sie für die Hörner eines urzeitlichen Bisons – ein großer Irrtum!
Gattung Triceratops
1889 erkannte Marsh seinen Fehler. Nachdem ein Cowboy namens Edmund Wilson in Wyoming einen ganzen Schädel mit drei Hörnern gefunden hatte, gab Marsh dem Tier den Namen Triceratops – „Dreihorn-Gesicht".
Dueling Dinosaurs
2006 wurde in Montana ein unglaubliches Fossil entdeckt: ein Triceratops und ein T. rex, die offenbar im Kampf miteinander starben! Das Fossil wird seit 2020 im North Carolina Museum of Natural Sciences erforscht.
Torosaurus-Debatte
2010 behaupteten die Forscher Scannella und Horner, dass Torosaurus gar kein eigener Dinosaurier sei, sondern nur ein ausgewachsener Triceratops. Die Debatte dauert bis heute an – die meisten Experten glauben aber inzwischen, dass Torosaurus doch eine eigene Art war.
5-Gewebe-Zähne
2015 entdeckten Forscher, dass jeder einzelne Triceratops-Zahn aus 5 verschiedenen Gewebearten besteht – mehr als bei jedem Säugetier! Diese komplexen Zähne waren selbstschärfend und konnten auch härteste Pflanzen zerkleinern.
Big John versteigert
2021 wurde „Big John" – der größte jemals gefundene Triceratops – in Paris für 6,6 Millionen Euro versteigert. Sein Schädel ist 2,62 Meter lang, und sein Nackenschild trägt eine verheilte Kampfwunde von einem anderen Triceratops.
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