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Megalosaurus

Megalosaurus

Der erste Dinosaurier der Wissenschaft

Der Dino, mit dem alles anfing

Am 20. Februar 1824 stellte der englische Geologe William Buckland einen Fund vor, der die Welt für immer verändern sollte: riesige Knochen eines unbekannten Reptils aus den Steinbrüchen von Stonesfield bei Oxford. Er nannte das Tier Megalosaurus – „Große Echse". Damit war der allererste Dinosaurier offiziell benannt, 18 Jahre bevor das Wort „Dinosaurier" überhaupt erfunden wurde!

Megalosaurus war ein mittelgroßer Raubdinosaurier, etwa 6 Meter lang und rund 700 bis 943 kg schwer – ungefähr so schwer wie ein großes Arbeitspferd. Er lebte vor rund 168 bis 166 Millionen Jahren im Mittleren Jura in England. Damals war sein Lebensraum eine tropische Insel, etwa so groß wie Kuba.

Trotz seiner historischen Bedeutung ist Megalosaurus erstaunlich schlecht bekannt: Kein einziges vollständiges Skelett wurde je gefunden. Vieles über sein Aussehen bleibt bis heute ein Rätsel.

Der erste Dinosaurier der Wissenschaft
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Anatomie – Gebaut zum Jagen

Scharfe Sägezähne

Die gebogenen, klingenförmigen Zähne von Megalosaurus waren bis zu 7 cm lang und hatten feine Sägezähne an den Kanten – etwa 18 bis 20 pro Zentimeter. Damit konnte er Fleisch wie mit einem Steakmesser zerteilen. Im Kiefer warteten immer Ersatzzähne: Ein CT-Scan von 2017 enthüllte zahlreiche versteckte Zähne in verschiedenen Wachstumsstadien.

Kräftige Hinterbeine

Megalosaurus lief aufrecht auf zwei Beinen. Sein Oberschenkelknochen war 80 cm lang – also fast so groß wie ein Golfschläger. 2024 wurden in England Fußspuren entdeckt, die wahrscheinlich von Megalosaurus stammen: 65 cm Fußlänge, 2,7 m Schrittlänge! Damit ging er mit gemütlichen 5 km/h – seine maximale Laufgeschwindigkeit kennen wir allerdings nicht.

Rätselhafter Schädel

Der Schädel von Megalosaurus ist nur in Bruchstücken bekannt – die vordere Schnauze fehlt komplett. Was wir wissen: Er hatte einen relativ großen Kopf mit kräftigen Kiefern. Verwandte Megalosaurier hatten eine „Low-Power-Strategie": Sie rissen Fleisch ab, statt Knochen zu zermalmen.

Kurze, kräftige Arme

Die Arme von Megalosaurus waren kurz, aber wahrscheinlich kräftig, mit drei Fingern und Krallen an jeder Hand. Leider wurde kein vollständiger Arm gefunden – wir können also nur vermuten, wie sie aussahen. Typisch für seine Verwandten (basale Tetanurae) wären relativ kurze, aber funktionale Greifhände.

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Größenvergleich

Mensch
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Megalosaurus
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Leben und Verhalten

Jäger und Fleischfresser

Megalosaurus war der Spitzenräuber (Apex-Prädator) seiner Umgebung. Seine scharfen Sägezähne und kräftigen Kiefer waren perfekt zum Fleischfressen geeignet. Er jagte vermutlich mittelgroße Pflanzenfresser und vielleicht auch junge Sauropoden.

Eine große Studie von 2025 zeigte, dass Megalosaurier generell nicht auf extrem starke Bisse setzten – sie bevorzugten eine Technik, bei der sie Fleischstücke abrissen, statt wie T. rex Knochen zu zertrümmern.

Jagdverhalten

Tropeninsel England

Vor 168 bis 166 Millionen Jahren lag England auf einer großen Insel mitten im Meer – dem London-Brabant-Massif, etwa so groß wie Kuba (rund 100.000 km²). Das Klima war warm und feucht, wie in den heutigen Tropen.

Megalosaurus teilte sich diesen Lebensraum mit dem Sauropoden Cetiosaurus, anderen Raubsauriern und Krokodilverwandten. Dichte Wälder aus Palmfarnen und Nadelbäumen bedeckten die Insel.

Lebensraum

Ungelöste Rätsel

Obwohl Megalosaurus seit 200 Jahren bekannt ist, gibt es erstaunlich viele offene Fragen: Wie schnell konnte er rennen? Wie alt wurde er? Hatte er Schuppen oder Federn? Lebte er allein oder in Gruppen?

All das wissen wir nicht – weil kein vollständiges Skelett existiert. In 200 Jahren Forschung wurden nur Einzelknochen von etwa 7 verschiedenen Tieren gefunden.

Wissenslücken

200 Jahre Forschungsgeschichte

Schon 1676 wurde der erste Megalosaurus-Knochen beschrieben – fast 150 Jahre vor der offiziellen Benennung! Robert Plot hielt ihn damals für den Knochen eines biblischen Riesen. 1842 nutzte Richard Owen Megalosaurus als eines von drei Tieren, um die Gruppe „Dinosauria" zu gründen.

2024 – genau 200 Jahre nach der Benennung – wurden nahe Oxford rund 200 Dinosaurier-Fußabdrücke entdeckt, darunter wahrscheinlich Megalosaurus-Spuren. Ein perfektes Jubiläumsgeschenk!

Geschichte
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Fundorte

Fundort
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Die Geschichte der Entdeckung

1676

Erster Knochen

Robert Plot beschreibt einen riesigen Knochen aus einem Steinbruch bei Cornwell in England. Er hält ihn für den Knochen eines biblischen Riesen – dabei war es ein Dinosaurier-Oberschenkel!

1824

Erstbeschreibung

Am 20. Februar stellt William Buckland den Fund riesiger Knochen aus Stonesfield vor und nennt das Tier „Megalosaurus" – die „Große Echse". Es ist der allererste Dinosaurier, der einen wissenschaftlichen Namen erhält!

1842

Dinosauria gegründet

Richard Owen erfindet das Wort „Dinosaurier" und nutzt Megalosaurus als eines von drei Tieren, um diese neue Gruppe zu definieren.

1854

Crystal Palace

Im Crystal Palace Park in London wird eine lebensgroße Megalosaurus-Skulptur aufgestellt – als vierbeiniges Tier mit Buckel. Heute wissen wir: Fast alles daran war falsch!

2010

Neubeschreibung

Roger Benson veröffentlicht die bislang umfassendste Studie über Megalosaurus und ordnet ihn in die Familie Megalosauridae ein – als Schwestergruppe von Torvosaurus.

1763

Scrotum Humanum

Richard Brookes druckt die Zeichnung des Knochens nach und gibt ihm den seltsamen Namen „Scrotum Humanum" – wegen der Form. Dieser Name wurde aber nie offiziell anerkannt.

2024

200-Jahr-Jubiläum

Genau 200 Jahre nach der Benennung werden nahe Oxford rund 200 Dinosaurier-Fußabdrücke entdeckt – darunter wahrscheinlich Megalosaurus-Spuren! Ein perfektes Jubiläumsgeschenk.

2008

Lectotyp diagnostiziert

Forscher zeigen, dass man Megalosaurus doch sicher bestimmen kann – anhand eines einzigartigen Kieferknochens. Damit wird der Name gerettet, der fast als „unbrauchbar" gegolten hätte.

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