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Herrerasaurus

Herrerasaurus

Einer der ältesten Dinosaurier der Welt

Ein Ziegenhirt entdeckt einen der ersten Dinosaurier

Vor über 230 Millionen Jahren lebte in dem Gebiet, das heute Argentinien ist, einer der allerersten großen Raubdinosaurier: Herrerasaurus. Entdeckt wurde er 1958 von Victorino Herrera, einem Ziegenhirten, der in einem trockenen Tal namens Ischigualasto – dem „Tal des Mondes" – über merkwürdige Knochen stolperte.

Herrerasaurus war etwa 4,5 Meter lang und wog rund 280 kg – ungefähr so schwer wie ein Löwe. Er war ein Jäger auf zwei Beinen, bewaffnet mit scharfen, gebogenen Zähnen und Greifhänden mit Krallen. Aber obwohl er gefährlich aussah, war er keineswegs der König seiner Welt: Die echten Top-Räuber waren damals noch gar keine Dinosaurier, sondern riesige Krokodilverwandte!

Denn zur Zeit des Herrerasaurus machten Dinosaurier nur etwa 10 % aller Tiere aus. Die Erde gehörte noch den Krokodilverwandten, den Rhynchosauriern (pflanzenfressenden Reptilien) und den Vorfahren der Säugetiere. Erst viel später übernahmen die Dinosaurier die Herrschaft.

Einer der ältesten Dinosaurier der Welt
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Anteil der Dinos in der Fauna
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Anatomie – Gebaut zum Jagen

Scharfe Sägezähne

Die Zähne von Herrerasaurus waren nach hinten gebogen und hatten feine Sägezähne an den Kanten – perfekt zum Schneiden von Fleisch. Forscher vergleichen seine Beißtechnik mit der des heutigen Komodowarans: Er riss Fleischstücke von der Beute ab, statt Knochen zu zertrümmern.

Besonderes Kiefergelenk

Herrerasaurus hatte ein Gelenk im Unterkiefer, das sich vor- und zurückschieben konnte. Dadurch konnte er fester zupacken, wenn die Beute sich wehrte. Bei Dinosauriern ist dieses Merkmal einzigartig – nur einige Eidechsen haben etwas Ähnliches.

Fünf Finger, drei Krallen

Herrerasaurus hatte an jeder Hand fünf Finger – für einen Raubsaurier ungewöhnlich viele! Aber nur die drei mittleren Finger trugen scharfe, gebogene Krallen. Die Finger 4 und 5 waren winzig klein und ohne Krallen. Im Laufe der Evolution wurden bei späteren Raubsauriern immer mehr Finger reduziert – bis hin zu T. rex mit nur zwei.

Kraftvolle Hinterbeine

Als zweibeiniger Läufer hatte Herrerasaurus kräftige Hinterbeine mit proportional langem Schienbein. Er war aber kein Sprintchampion: Biomechanische Analysen zeigen, dass er einer der am wenigsten auf Schnelligkeit angepassten Raubsaurier war. Seine geschätzte Geschwindigkeit lag bei etwa 30 km/h.

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Größenvergleich

Mensch
Löwe
Herrerasaurus
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Leben und Verhalten

Jäger – aber nicht der Stärkste

Herrerasaurus war ein gefährlicher Jäger, der kleinere Tiere wie Rhynchosaurier und frühe Säugetier-Vorfahren erbeutete. Seine gebogenen Krallen und gezackten Zähne waren perfekt für die Jagd.

Aber er war nicht der Top-Räuber! Rauisuchier wie Saurosuchus waren mit 7 Metern Länge deutlich größer – und jagten sogar Herrerasaurus selbst. Forscher haben Bissspuren an Herrerasaurus-Schädeln gefunden, die von Saurosuchus stammen könnten.

Jagdverhalten

Kämpfer unter sich

2025 machten Forscher eine spannende Entdeckung: Fast die Hälfte aller Herrerasaurus-Schädel zeigen Verletzungen im Gesichtsbereich – verheilte Bisswunden und Brüche. Das sind die ältesten bekannten Kampfverletzungen bei Dinosauriern!

Die Forscher vermuten, dass Herrerasaurus-Männchen gegeneinander kämpften – um Reviere, Rangordnung oder Partner. Ähnlich wie heutige Komodowarane oder Hirsche, die mit ihren Geweihen gegeneinander antreten.

Innerartliche Kämpfe

Die Welt vor den Dinosauriern

Herrerasaurus lebte auf dem Superkontinent Pangäa, als alle Landmassen noch zusammenhingen. Seine Heimat war eine vulkanisch aktive Überschwemmungsebene mit riesigen Bäumen (über 40 m hoch!), Farnen und Schachtelhalmen.

Dinosaurier machten in dieser Welt nur rund 10 % aller Tiere aus. Die eigentlichen Herrscher waren Krokodilverwandte (Pseudosuchier), Rhynchosaurier und Säugetier-Vorfahren (Cynodonten). Erst nach dem Massenaussterben am Ende der Trias übernahmen die Dinosaurier.

Ökosystem

Ein Rätsel für die Forschung

Seit über 60 Jahren streiten Forscher: Wo genau gehört Herrerasaurus im Stammbaum hin? War er ein früher Raubsaurier (Theropode)? Oder stand er noch vor der Aufspaltung in Raubsaurier und Pflanzenfresser?

Je nach Analyse kommt ein anderes Ergebnis heraus. Die meisten Forscher sehen ihn heute als „basalen Saurischier" – also einen Dinosaurier, der sich abspaltete, bevor es Raubsaurier und Langhälse überhaupt gab.

Stammbaum
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Fundorte

Fundort
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Die Geschichte der Entdeckung

1958

Erstfund

Der Ziegenhirt Victorino Herrera entdeckt in Argentinien im „Tal des Mondes" merkwürdige Knochen. Der Dinosaurier wird später nach ihm benannt!

1963

Erstbeschreibung

Der Paläontologe Osvaldo Reig beschreibt den Fund offiziell als Herrerasaurus ischigualastensis – einen Raubsaurier aus der Zeit, als Dinosaurier gerade erst entstanden.

1988

Vollständiges Skelett

Paul Sereno und Fernando Novas finden ein fast vollständiges Herrerasaurus-Skelett – endlich mit Schädel! Jetzt können Forscher erstmals verstehen, wie dieses Tier wirklich aussah.

1992

Basaler Theropode?

Sereno und Novas veröffentlichen eine große Studie und ordnen Herrerasaurus als einen der frühesten Raubsaurier (basaler Theropode) ein. Doch andere Forscher sind anderer Meinung...

2011

10%-Fauna

Forscher zeigen, dass Dinosaurier zur Zeit des Herrerasaurus nur 10 % aller Tiere ausmachten. Die wahren Herrscher waren Krokodilverwandte und Säugetier-Vorfahren!

2019

Gnathovorax

In Brasilien wird Gnathovorax beschrieben – der vollständigste Verwandte von Herrerasaurus. Er bestätigt, dass diese Dinosaurier-Familie sich vor der Aufspaltung in Raubsaurier und Langhälse abgespalten hat.

2024

Wachstumsstudie & Neufund

Eine Studie zeigt: Herrerasaurus wuchs genauso schnell wie spätere Dinosaurier – schnelles Wachstum war also kein „Geheimrezept" für den Erfolg der Dinos. Außerdem wird ein neues Herrerasauriden-Skelett in Brasilien entdeckt!

2025

Kampfverletzungen

Forscher entdecken, dass fast die Hälfte aller Herrerasaurus-Schädel Kampfverletzungen zeigen – verheilte Bisswunden und Brüche. Die ältesten bekannten Kampfspuren bei Dinosauriern überhaupt!

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