
Gastonia
Utahs gepanzerter Stachelriese
Ein Panzer aus Knochen
Gastonia burgei war einer der am besten gepanzerten Dinosaurier der Unterkreide. Sein gesamter Körper war mit Knochenplatten, Stacheln und einem massiven Hüftschild bedeckt – eine wandelnde Festung auf vier kurzen, kräftigen Beinen. Dabei hatte er etwas, das ihn von seinem berühmteren Verwandten Ankylosaurus unterscheidet: KEINE Schwanzkeule!
Der Name ehrt Robert Gaston, einen Fossiliensammler, der 1989 das erste Skelett in einem Steinbruch in Utah entdeckte. Im selben Steinbruch wurden auch Fossilien des gefürchteten Utahraptor gefunden – die beiden Dinosaurier lebten also Seite an Seite. 2016 wurde eine zweite Art beschrieben: Gastonia lorriemcwhinneyae, benannt nach der Entdeckerin Lorrie McWhinney.
Besonders spannend: Bei Dalton Wells in Utah wurden 9 Gastonia-Individuen zusammen gefunden – 1 erwachsenes und 8 junge Tiere. Das deutet darauf hin, dass Gastonia in Gruppen lebte!
Anatomie – Gebaut zum Jagen
Schädel und Schnabel
Gastonias Schädel war fast so breit wie lang – 29,5 cm breit und 28,3 cm lang. Die Oberfläche war mit warziger Textur bedeckt. Vorne hatte er einen zahnlosen Schnabel, aber im hinteren Kiefer saßen 15-16 kleine Zähne pro Seite zum Zerkleinern von Pflanzen.
Panzerung
Gastonias Rücken war mit runden Knochenplatten (Osteoderme) bedeckt, von 0,6 cm bis 5,5 cm Größe. Seitlich standen dreieckige Stacheln ab – die seitlichen waren innen hohl, die oberen massiv. Ein besonderes Merkmal: Das Hüftschild bestand aus verschmolzenen Knochenplatten.
Halsringe
Am Hals trug Gastonia mindestens zwei Knochenringe mit je 3 Paaren dreieckiger Stacheln, die seitwärts abstanden. Diese schützten den verwundbaren Hals vor Angriffen.
Körperbau
Gastonia war etwa 5 Meter lang, aber nur 1,12 Meter hoch an der Hüfte – extrem flach und breit. Geschätztes Gewicht: rund 1,9 Tonnen. Die Beine waren kurz und stämmig, der Schwanz mäßig lang und OHNE Keule.
Größenvergleich
Leben und Verhalten
Ernährung
Gastonia war ein Pflanzenfresser mit kleinen Zähnen zum Zerkauen von Pflanzen.
Sein zahnloser Schnabel half beim Abrupfen von niedrig wachsenden Pflanzen.
HerbivoreFortpflanzung
Wie alle Dinosaurier legte Gastonia Eier.
Über Nester oder Brutpflege ist bei Gastonia nichts bekannt.
EierlegendSozialverhalten
Das Dalton-Wells-Bonebed enthält 9 Individuen: 1 erwachsenes und 8 jüngere Tiere.
Das deutet auf Herdenverhalten hin – in der PBDB ist Gastonia als 'gesellig' kodiert.
GeselligLebensraum
Gastonia lebte an Teichen und auf Überschwemmungsebenen im heutigen Utah.
Er teilte seinen Lebensraum mit dem Raubdinosaurier Utahraptor und Sauropoden wie Cedarosaurus.
FlusslandschaftFundorte
Die Geschichte der Entdeckung
Robert Gaston entdeckt in einem Steinbruch nahe Moab, Utah, die ersten Knochen eines unbekannten Panzerdinosauriers. Im selben Steinbruch werden auch Fossilien des Raubdinosauriers Utahraptor gefunden.
James Kirkland gibt dem Panzerdinosaurier seinen Namen: Gastonia burgei. Er ordnet ihn den Polacanthinae zu – einer Gruppe gepanzerter Dinosaurier, die es möglicherweise gar nicht gibt.
Die Amateurpaläontologin Lorrie McWhinney entdeckt eine weitere Fundstelle mit Gastonia-Fossilien im Poison Strip Sandstone – deutlich jüngere Gesteine als am Gaston Quarry.
Am Dalton-Wells-Fundort werden 9 Gastonia-Individuen zusammen geborgen: 1 erwachsenes und 8 jüngere Tiere. Das zeigt: Gastonia lebte wahrscheinlich in Gruppen!
Kinneer, Carpenter und Shaw veröffentlichen eine riesige Neubeschreibung (44 Seiten!) und benennen die zweite Art: Gastonia lorriemcwhinneyae. Sie ordnen Gastonia den Polacanthidae zu.
Yang und Kollegen stellen Gastonia zu einer anderen Familie: den Nodosauridae. Das ist die aktuell gültige Einordnung – aber ob sie bestehen bleibt, ist offen.
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